| HEILPFLANZEN |
Borago officinalis - Borretsch |
| Borretsch (syn. Gurkenkraut, Burres, Borgelkraut, Wohlgemutkraut) |
| Borretsch ist eine ursprünglich im Mittelmeergebiet beheimatete Pflanze. Sie wird heute in fast ganz Europa und Nordamerika kultiviert. Als Gartenflüchtling ist sie an einigen Orten verwildert. Nach Mitteleuropa gelangte der Borretsch erst im späten Mittelalter. Er wurde zuerst in Frankreich kultiviert und gelangte von dort aus nach Deutschland. Bereits im 16. Jahrhundert wurde die Pflanze in Bauerngärten häufig angebaut. |
| Einjährige, bis ca. 60 cm hohe Pflanze mit grossen, borstig behaarten Blättern und leuchtend blauen Blüten. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
1. Boraginis flos - (syn. Flores Boraginis); Boretschblüten.

2. Boraginis herba (syn. Herba Boraginis); Boretschkraut (syn. Gurkenkraut).

3. Boraginis oleum (syn. Oleum Boraginis); Borretschsamenöl.
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| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
1. Boraginis flos - Bornesit, Allantoin, Schleimstoffe, Kaliumsalze (bis zu 17 %).

2. Boraginis herba - Gerbstoffe (ca.3 %), Kieselsäure (1,5-2,2 %), Schleimstoffe (bis zu 11 %), Spuren (0,004%) verschiedener ungesättigter Pyrrolizidinalkaloide (PAs) (darunter Amabilin, Supinidin, Lycopsamin und Intennedin).

3. Boraginis oleum - etwa 21% y-Linolensäure (verglichen mit 9% in Nachtkerzenöl), ferner Linolsäure (30–40%) und Ölsäure (etwa 15%). Es ist anscheinend frei von Pyrrolizidinalkaloiden. |
| Es wurde nachgewiesen, dass ungesättigte essenzielle Fettsäuren die Widerstandsfähigkeit gegen Stress und die Leistungsfähigkeit beeinflussen. Bei einer Studie mit 10 Probanden verbesserte sich die Reaktivität der Herzgefässe. Man verwendet γ-Linolensäure bei Ekzemen und Neurodermitis (siehe Oenothera). Die reizlindernde Wirkung kann auf den Schleimstoffgehalt zurückgeführt werden. PAs alkylieren die DNA und sind als lebertoxische und karzinogene Substanzen bekannt. |
| Boretschblüten oder Boretschkraut werden traditionell als harn- und schweisstreibendes, expektorierendes, entzündungshemmendes und reizlinderndes Mittel verwendet, ferner als leichtes Beruhigungsmittel und Antidepressivum. Das Samenöl wird wie Nachtkerzenöl eingesetzt (siehe Oenothera hiennis), das heisst vor allem bei atopischem Ekzem (Neurodermitis). |
Borago officinalis HAB34, die frischen Blätter.
Anwendungsgebiet: Erkrankungen der oberen und unteren Luftwege. |
| Borretsch stammt ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet ist aber bei uns seit Jahrhunderten heimisch. Er verwildert leicht, geht aber dann wieder rasch ein. |
| Letzte Änderung: 17.06.2010 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Familie
Gattung
Art |
Boraginaceae
Borago
Borretsch |
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Wiss. Bez. |
Borago officinalis |
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Boretschsamenöl darf bei Patienten, die unter Schizophrenie oder Epilepsie leiden, nur unter Vorbehalt eingesetzt werden. |
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Die tägliche PA-Aufnahme sollte nicht über 1µg liegen. Wegen des wesentlich höheren PA-Gehalts in Boretschblättern und -blüten wird von einer längeren Anwendung (z. B. Kräutertees oder als Gewürz) abgeraten. |
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Traditionelle Medizin, Pharma
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