HEILPFLANZEN
Berberis vulgaris - Sauerdorn, Berberitze
Berberis vulgaris L. (syn. Berberis canadensis dumetorum, Berberis chinensis, Berberis irritabalis, Berberis pisifera, Berberis serrulata);

Berberitze (syn. Essigbeere, Gemeine Berberitze, Sauerdorn).
Berberis vulgaris - Sauerdorn, Berberitze
Berberis vulgaris - Sauerdorn, Berberitze
Berberis vulgaris - Sauerdorn, Berberitze
Berberis vulgaris - Sauerdorn, Berberitze
VORKOMMEN
Europa und Asien; Berberis vulgaris ist Zwischenwirt des Getreiderosts. Viele Berbe­ritzen­arten werden als Ziersträucher kultiviert.
MERKMALE
Bedornter Strauch (bis zu 3 m) mit kleinen Blättern in Rosetten, kleinen gelben Blüten in hängenden Trauben und essbaren roten Früchten.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Frische oder getrocknete Früchte (Berberidis fructus), Stammrinde (Berberidis cortex), Wurzelrinde (Berberidis radicis cortex) oder Wurzel (Berberidis radix).
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
BerberinMehrere Isochinolin- und Protoberberinalkaloide (bis zu 13%), darunter Berberin (Hauptinhaltsstoff), Columbamin, Jatrorrhizin und Palmatin. Die reifen Früchte sind fast alkaloidfrei.
PHARMAKOLOGIE
Protoberberinalkaloide interkalieren die DNA und hemmen verschiedene Enzyme und Neurorezeptoren. Sie besitzen eine breite Wirkung gegen Bakterien, Pilze, Amöben und sind zytotoxisch. Reines Berberin ist in einer Menge von 0,5 g toxisch. Berberis-Alkaloide zeigen blutdrucksenkende Eigenschaften und regen die Entleerung der Gallenblase an.
ANWENDUNG
Rinde und Wurzel werden traditionell bei Verdauungsproblemen, Leber- sowie Nieren-und Harnwegsbeschwerden verwendet; ausserdem hei Leber- und Gallenblasen­entzünd­ung. Reines Berberin wurde als Bestandteil von Augentropfen gegen Bindehautentzünd­ung eingesetzt.
ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG
Etwa 2 g getrocknete Rinde oder Wurzel auf 1 Tasse kochendes Wasser, bis zu zweimal täglich.
HOMÖOPATHIE
1. Berberis vulgaris HAB1, die getrocknete Rinde der ober- und unterirdischen Teile. Anwendungsgebiet: Nieren- und Harnwegserkrankungen, Gicht, Rheumatismus, Erkran­kungen der Leber und Galle, trockene Hautkrankheiten, Fisteln.

2. Berberis HAB34 (syn. Berberitze, Sauerdorn), die getrocknete Wurzelrinde. Anwendungsgebiet: s. Berberis vulgaris HAB1.

3. Berberis vulgaris e fructibus HAB1, die von den Fruchtstielen gerebelten, frischen, vollausgereiften Beeren.
SONSTIGES
Der Name Berberis stammt vermutlich aus dem Arabischen und bedeutet Muschel, offenbar wegen der muschelartigen Form der Blätter. Der deutsche Name Sauerdorn bezieht sich auf die dornigen Zweige und den sauren Geschmack sowohl der Blätter als auch der Beeren.
Letzte Änderung: 24.01.2011 / © W. Arnold
 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2.
Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.

Wikipedia

Berberis vulgaris - Sauerdorn, Berberitze
Berberis vulgaris - Sauerdorn, Berberitze
Berberis thunbergi

  Ordnung
Familie
Gattung
Ranunculales
Berberidaceae
Berberis
  Wiss. Bez. Berberis vulgaris

Alle Berberis-Arten enthalten bio­aktive Alkaloide; mehrere wurden medizinisch ähnlich wie Berberis vulgaris verwendet, z. B. chine­sische Arten wie B. soulieana und B. wilsona. Weitere Sauerdornge­wächse (Berberidaceae): Die Ge­wöhnliche Mahonie (Mahonia aqui­folium) aus Nordamerika ist den Berberitzen chemisch ähnlich und wurde traditionell als bitteres Toni­kum und Leberstärkungsmittel ein­gesetzt, sie wird ferner bei Schup­penflechte und anderen Hautleiden genutzt. Caulophyllum tlsalictroides ist ein traditionelles Mittel der nord­amerikanischen Indianer bei gynäko­logischen Beschwerden und Rheuma (reich an N-Methylcytisin und anderen Chinolizidinalkaloiden).


Eine Einnahme von mehr als 0,5 g Berberin (entspricht ca. 4 g Berbe­ritzenwurzelrinde) kann zu Nasen­bluten, Benommenheit und Atem­beschwerden führen.


Kommission E: positive Bewertung