| HEILPFLANZEN |
Ballota nigra - Schwarznessel |
Ballota nigra L. (syn. Ballota alba, B. aristata, B. borealis , B. foetida, B. ruderalis, B. sepium, B. silvestris, B. vulgaris, Marrubium nigrum);

Schwarzer Andorn (syn. Anderbrume, Gottvergeß, Schwarznessel, Stinkandorn), |
| Die Heimat der Schwarznessel ist das Mittelmeergebiet. Von dort aus hat sie sich über die ganze gemäßigte Zone der Nordhalbkugel verbreitet. Durch Maßnahmen der Dorfverschönerung ist sie heute bei uns seltener geworden. Man findet sie aber noch ziemlich häufig in staudenreichen Unkrautgesellschaften, an Wegen, Zäunen, Schuttplätzen. Sie liebt lockeren, etwas feuchten, stickstoffhaltigen Boden. |
| Mehrjährige, bis 1 m hohe Pflanze mit frischgrünen gegenständigen Blättern und rötlichlila Blüten in viel blütigen Trugdolden. Besonders im Herbst kann die ganze Pflanze eine typische dunkle Färbung und einen unangenehmen Geruch annehmen. Es existieren verschiedene Unterarten: Ballota nigra ssp. foetida, früher als eigene Art (B. foetida) angesehen, ist in der traditionellen Medizin am gebräuchlichsten. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Ballotae nigrae herba (syn. Herba Ballotae nigrae, Ballotae herba, Marrubii nigri herba). |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Diterpenlactone vom Labdantyp wie Ballotenol (Hauptinhaltsstoff), Ballotinon, 7α-Acetoxymarrubiin und Prelcosibirin (ein Prefuranoid); ferner Flavonoidglykoside, Phenylpropanverbindungen (Chlorogensäure) und Spuren von ätherischem Öl.
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| Bisher fehlen experimentelle oder klinische Studien, um die traditionellen Indikationen zu belegen. |
| Schwarznessel gilt als beruhigende Droge und wird traditionell eingesetzt zur symptomatischen Behandlung von Husten und Nervosität (insbesondere leichte Schlaflosigkeit) bei Erwachsenen und Kindern. Ausserdem bei Magenkrämpfen, Übelkeit und nervösen Verdauungsbeschwerden. |
Ballota foetida, die frischen oberirdischen Teile der blühenden Pflanze.

Anwendungsgebiet: Husten und nervöse Beschwerden von Erwachsenen und Kindern, bes. Schlafstörungen. |
| Ballotenol besitzt Ähnlichkeit mit Hispanolon (aus Ballota africana) und Marrubiin (aus Marrubium vulgare isoliert). Ballota africana wird traditionell vielfältig angewendet, z. B. bei Fieber, Erkältung, Grippe, Asthma, Bronchitis, ferner Hysterie und Schlaflosigkeit. Von historischen Interesse für die Phytotherapie ist ferner die Gemeine Braunelle (Prunella vulgaris). Sie galt im Mittelalter als eine der besten Drogen zur Wundheilung und wurde sowohl in Europa als auch (heute noch) in China bei Leber- und Gallenproblemen eingesetzt. |
| Letzte Änderung: 14.01.2011 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Gattung |
Lamiales
Lamiaceae
Ballota
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Wiss. Bez. |
Ballota nigra |
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Die PhEur fordert einen Mindestgehalt an ortho-Dihydroxyzimtsäure-Derivaten in den getrockneten, blühenden Stängelspitzen von Ballota nigra L. |
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