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HEILPFLANZEN |
Ballota nigra - Schwarznessel |
| Ballota nigra (syn. Ballota alba, B. aristata, B.
borealis , B. foetida, B. ruderalis, B. sepium, B. silvestris, B.
vulgaris, Marrubium nigrum); Schwarzer Andorn (syn. Anderbrume, Gottvergess, Schwarznessel, Stinkandorn) |
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Botanische Familie: Lamiaceae (Labiatae). |
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| VORKOMMEN |
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Europa und Asien; in Nordamerika eingebürgert. |
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| MERKMALE |
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Mehrjährige, bis 1 m hohe Pflanze mit frischgrünen gegenständigen Blättern und rötlichlila Blüten in viel blütigen Trugdolden. Besonders im Herbst kann die ganze Pflanze eine typische dunkle Färbung und einen unangenehmen Geruch annehmen. Es existieren verschiedene Unterarten: Ballota nigra ssp. foetida, früher als eigene Art (B. foetida) angesehen, ist in der traditionellen Medizin am gebräuchlichsten. |
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| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Das zur Blütezeit geerntete Kraut (Ballotae nigrae herba). |
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| ANWENDUNG |
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Schwarznessel gilt als beruhigende Droge und wird traditionell eingesetzt zur symptomatischen Behandlung von Husten und Nervosität (insbesondere leichte Schlaflosigkeit) bei Erwachsenen und Kindern. Ausserdem bei Magenkrämpfen, Übelkeit und nervösen Verdauungsbeschwerden. |
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| ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG |
| Tee: 2-4 g Droge, dreimal täglich; Flüssigextrakt (1:1 in 25% Ethanol): 1-3 ml, dreimal täglich; Tinktur (1:10 in 45% Ethanol): 1-2 ml, dreimal täglich. |
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| WIRKSTOFFE |
| Diterpenlactone vom Labdantyp wie Ballotenol (Hauptinhaltsstoff), Ballotinon, 7a-Acetoxymarrubiin und Prelcosibirin (ein Prefuranoid); ferner Flavonoidglykoside, Phenylpropanverbindungen (Chlorogensäure) und Spuren von ätherischem Öl. |
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| PHARMAKOLOGIE |
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Bisher fehlen experimentelle oder klinische Studien, um die traditionellen Indikationen zu belegen. |
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| WARNUNG |
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Da die biologische Wirkung wenig bekannt ist, sollten hohe Dosierungen und Langzeitanwendung vermieden werden. |
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| HOMÖOPATHIE |
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Ballota foetida, die frischen
oberirdischen Teile der blühenden Pflanze. |
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| SONSTIGES |
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Ballotenol besitzt Ähnlichkeit mit Hispanolon (aus Ballota africana) und Marrubiin (aus Marrubium vulgare isoliert). B. africana wird traditionell vielfältig angewendet, z. B. bei Fieber, Erkältung, Grippe, Asthma, Bronchitis, ferner Hysterie und Schlaflosigkeit. Von historischen Interesse für die Phytotherapie ist ferner die Gemeine Braunelle (Prunella vulgaris, Familie Lamiaceae). Sie galt im Mittelalter als eine der besten Drogen zur Wundheilung und wurde sowohl in Europa als auch (heute noch) in China bei Leber- und Gallenproblemen eingesetzt. |
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