HEILPFLANZEN
Avena sativa - Hafer
Avena sativa (syn. Avena cinerea, A. dispermis, A. fatua, A. flava, A. orientalis);

Hafer (syn. Biwen, Gemeiner Hafer, Habern, Hauwe, Rispenhafer, Saathafer).
Avena sativa - Hafer
Avena sativa - Hafer
VORKOMMEN
Ruderalpflanze auf Schuttplätzen und an Wegrändern, Kulturen besonders in Mittel­eu­ropa zwischen dem 45. und 65. Breitengrad.
MERKMALE
Einjähriges, bis 1 m hohes Gras mit hohlen Stängeln und nickenden Ährchen, die jeweils von zwei großen, blattartigen Hüllspelzen bedeckt sind.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Die grünen, kurz vor der Vollblüte geernteten oberirdischen Teile (Haterkraut - Avenae herba), ferner Haferstroh (Avenae stramentum) und die reifen, getrockneten Haferfrüchte (Avenae fructus).
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
GraminHaferkraut und -stroh haben einen hohen Gehalt an löslicher Kiesel­säure und Mineralstoffen (Eisen, Mangan und Zink). Für die Ernährung sind die enthaltenen Aminosäuren, Vitamine (insbe­sondere der B-Gruppe), Mineralstoffe, Spurenelemente und Polysaccharide wichtig. Von Interesse sind ferner Triterpen­saponine (Avenacin A und B; Avenacoside A, B), Scopoletin und ein einfaches Indolalkaloid (Gramin).
PHARMAKOLOGIE
Der therapeutische Nutzen von Haferstroh ist vermutlich auf den Kieselsäure- und Mine­ral­stoff­gehalt zurückzuführen. Die ernährungsphysiologisch günstige Wirkung steht ein­deutig mit der Nährstoffzusammensetzung von Hafer in Verbindung. Weitere positive Auswirkungen auf die Gesundheit wurden zwar postuliert, können bisher jedoch wissen­schaftlich nicht belegt werden. Man vermutet, dass der beruhigende Effekt auf der Wirk­ung von Gramin basiert. Die cholesterolsenkende anti-atherosklerotische Eigenschaft, die durch Patientenstudien untermauert wurde, beruht vermutlich auf den Ballaststoffen.
ANWENDUNG
Haferstroh als Badezusatz soll entzündliche und seborrhoische Hautleiden lindern. Hafer­früchte (z.B. Haferflocken) dienen als sinnvolles diätetisches Lebensmittel bei allgemeinen Schwächezuständen und Ernährungsstörungen. Angeblich soll Haferkleie (100 g pro Tag) die Cholesterolkonzentration erniedrigen. Haferkraut soll beruhigend wirken (geringeres Verlangen nach Zigaretten bei der Tabakentwöhnung).
HOMÖOPATHIE
1. Avenae sativa ferm 33c HAB1; die ganze, frische Pflanze zur Zeit der Milchreife der Früchte.
Anwendungsgebiet: in der anthroposophischen Therapie.

2. Avena sativa HAB1; frische, zur Blütezeit geerntete oberirdische Teile. Anwendungsgebiet: bei Erschöpfungszuständen und Schlaflosigkeit.
SONSTIGES
Avena ist der Name des Kulturhafers bei den Römern. Obwohl die Etymologie nicht ganz sicher ist, leitet sich die Bezeichnung vermutlich von sanskritischen avi = Schaf ab, somit als Schafgras bezeichnet. Nach Grimm hat sich der Name des Hafers in fast allen euro­päischen Sprachen mit dem des Bockes berührt und wurde als Futter des Ziegenbockes bezeichnet. In Deutschland war der Hafer früher ein Hauptnahrungsmittel und wurde im 16. Jh. auch zur Bierbrauerei verwendet.
Letzte Änderung: 13.01.2011 / © W. Arnold
 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.

Wikipedia

Avena sativa - Hafer

  Ordnung
Familie
Gattung
Poales
Poaceae
Avena
  Wiss. Bez. Avena sativa

Hafer wird auch als Kindernährmittel und nach Magen- und Darm­opera­tionen eingesetzt. Die besondere Bekömmlichkeit und leichte Verdau­barkeit von Hafereiweiß und -fett spielen hierbei eine große Rolle.

Der früheste Nachweis für den Hafer­anbau ist durch die bronze­zeitlichen Pfahlbausiedlungen in der Schweiz belegt. Bereits Germanen schätzten den Hafer. Die Römer bezeichneten die Germanen ver­ächtlich als Haferfresser.

Tradit. Medizin, Nahrungsergänzungsmittel
Kommission E: positive Bewertung (nur Haferstroh)