| HEILPFLANZEN | Asarum europaeum - Europäische Haselwurz |
| Asarum europaeum (syn. Asarum officinale); Europäische Haselwurz (syn. Brechwurz, Haselwurz, Hasenöhrlein, Kampferwurz, Schwarzwurz, Teufelsklaue) |
Botanische Familie: Aristolochiaceae |
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| VORKOMMEN |
| Mitteleuropa und nördliches Südeuropa in 4 chemischen Rassen (A. europaeum chemovar; -trans-Isoasaron, -trans-Isomethyleugenol, -trans-Isoelemicin, -Eudesmol). |
| MERKMALE |
Die ausdauernde krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von nur 5 bis 10 Zentimetern. Die Pflanze ist behaart. Sie bildet ein Rhizom. Alle Pflanzenteile riechen intensiv, das Rhizom riecht pfefferartig. Die Sprossachse ist kriechend, mit zwei bis drei bräunlichgrünen Niederblättern. Die zwei immergrünen, lang gestielten Laubblätter sind rundlich bis nierenförmig oder herzförmig und auf der Oberseite glänzend, während die Unterseite behaart ist. Die Blüten stehen einzeln unmittelbar in Bodennähe und sind krugförmig, braunrot mit drei Zipfeln. Die Blütenhülle besteht aus drei verwachsenen, braunpurpurnen Perigonblättern. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Asari rhizoma (syn. Radix Asari, Radix Nardi rusticae, Rhizoma Asari); Haselwurzwurzel (syn. Brechwurz, Haselwurzwurzelstock, Scherbelkrautwurzel, Wilde Nardenwurzel), der getrocknete, im August gesammelte Wurzelstock mit den Wurzeln. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Aetherisches Öl (0,7-4,1 %, je nach Herkunft) mit unterschiedlicher Zusammensetzung je nach chemischer Rasse. Hauptkomponenten können trans-Isoasaron (α-Asaron, 0,5-70 %), trans-Isomethyleugenol (0,5-45 %) bzw. trans-Isoelemicin mit 0,5-45 % sein. Weitere Komponenten sind Mono- und Sesquiterpenderivate sowie Flavonoide und Phenolcarbonsäureverbindungen. |
| PHARMAKOLOGIE |
| Die Verwendung der Drogen als Hustenmittel scheint angesichts der klinisch beobachteten expectorierenden Wirkung des Trockenextraktes aus Asari rhizoma bzw. der Tinktur aus Asari rhizoma cum herba plausibel. Auswertbare klinische Untersuchungen liegen aber nur für den Trockenextrakt vor. |
| ANWENDUNG |
| In Form des standardisierten Extraktes als Bestandteil von Fertigarzneimitteln (standardisiert auf trans-Isoasaron und trans-Isomethyleugenol), bei entzündlichen Erkrankungen der unteren Atemwege, Bronchospasmen verschiedener Genese und Asthma bronchiale. Früher volkstümlich auch als Brechmittel genutzt. |
| HOMÖOPATHIE |
| Asarum europaeum HAB1, die frischen unterirdischen Teile. Anwendungsgebiete: Bei geistiger Erschöpfung, Durchfällen und Schleimhautreizung. |
| SONSTIGES |
| Der Name Asarum ist vom griechischen asaron abgeleitet und bedeutet bei Dioskurides Ekel, Unbehagen, womit die brecherregenden Eigenschaften der Pflanze ausgedrückt werden. Die deutsche Bezeichnung Haselwurz weist auf das oft gemeinsame Vorkommen mit der Haselnuss hin. |
| Letzte Änderung: 04.02.2009 / © W. Arnold |