HEILPFLANZEN
Artemisia vulgaris - Gemeiner Beifuss
Artemisia vulgaris (syn. Artemisia lactiflora, A. samamisica);

Gemeiner Beifuss (syn. Gewürzbeifuss).
Artemisia vulgaris - Gemeiner Beifuss
Artemisia vulgaris - Gemeiner Beifuss
Artemisia vulgaris - Gemeiner Beifuss
VORKOMMEN
Gemässigte Klimaregionen von Europa und Asien; verbreitetes Unkraut an Ruderal­standorten, in Nordamerika eingebürgert.
MERKMALE
Mehrjährige, bis 1 m hohe Pflanze mit stark zerteilten Blättern (oberseits dunkelgrün, unten silbrig). Die unscheinbaren gelblichen oder rotbraunen Blütenköpfe stehen in einer endständigen Rispe.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Artemisiae herba (syn. Herba Artemisiae); Beifusskraut (syn. Jungfernkraut, Johanniskraut, Weibergürtelkraut, Fliegenkraut, Gänsekraut, Johannishaupt), die vorsichtig getrock­neten, während der Blütezeit gesammelten Zweigspitzen.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
PsylostachyinDas ätherische Öl (bis zu 0,3%) ist sehr variabel und enthält 1,8-Cineol, Campher, Lina­lool, Thujon und zahlreiche Monoterpenene und Sesquiterpene (je nach Herkunft). Ferner kommen vor: Sesquiterpenlactone (unter anderem Vulgarin und Psilostachyin), Flavonolglykoside und Cumarine.
PHARMAKOLOGIE
Anwendung und Wirkungen entsprechen weitgehend jenen von Wermut (Artemisia absinthium), der therapeutische Nutzen wurde jedoch noch nicht durch moderne Studien belegt.
ANWENDUNG
Seit der Antike zu zahlreichen medizinischen und magischen Zwecken verwendet (z.B. als Wurmmittel gegen diverse Darmparasiten). Die moderne Anwendung beschränkt sich hauptsächlich auf den Einsatz als Magenbitter zur Behandlung von Verdauungs­stör­un­gen und Appetitmangel. Traditionell wird Artemisia vulgaris gerne zur Behandlung von Neurosen, Depressionen, Rastlosigkeit, Schlaflosigkeit, Angstzuständen und schmerz­hafter oder unregelmässiger Monatsblutung verwendet.
HOMÖOPATHIE
Artemisia vulgaris HAB1, die frischen, zu Beginn des Winters geernteten, unterirdischen Teile.
Anwendungsgebiet: Bei Krampfleiden und Wurmbeschwerden.
SONSTIGES
Der Name Artemisia wird bei Dioskurides und Plinius für Artemisia vulgaris und ver­wandte Arten verwendet. Er soll von der Göttin Artemis, die oft gleichgesetzt wird mit Ilithia, der Göttin der Geburt, abgeleitet sein. So sprechen auch die Schriftsteller der alten Griechen und Römer von einer Artemisia als einem gynäkologischen Mittel. Uber die deutsche Bezeichnung Beifuss gibt es verschiedene Auslegungen. Nach einem alten Aberglauben soll die Pflanze, um den Fuss gebunden, vor Müdigkeit schützen.
Letzte Änderung: 14.06.2010 / © W. Arnold
 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.

Wikipedia

Artemisia vulgaris - Gemeiner Beifuss
Artemisia vulgaris - Gemeiner Beifuss


  Ordnung
Familie
Unterfamilie
Gattung
Art
Asterales
Asteraceae
Asteroideae
Artemisia
Gemeiner Beifuss
  Wiss. Bez. Artemisia vulgaris

Der Beifuss ähnelt auch seinem Bruder, dem Wermut, ist aber lange nicht so bitter.
Nach vorangegangener Sensi­bili­sier­ung können allergische Reaktionen ausgelöst werden.

Beifuss galt im Mittelalter als sehr wirk­sames Mittel gegen und für Hexerei. Beigemischt war es Bestandteil vieler sogenannter magischer Rezepturen.

Tradit. Medizin, Pharma
Kommission E: negative Bewertung