HEILPFLANZEN
Artemisia absinthium - Wermut
Artemisia absinthium (syn. Absinthium majus, A. officinale, A. vulgare);
Wermut (syn. Absinth, Alsem, Bitterer Beifuss, Wurmkraut)
Artemisia absinthium - Wermut
Artemisia absinthium - Wermut
Artemisia absinthium - Wermut
Artemisia absinthium - Wermut
Artemisia absinthium - Wermut
VORKOMMEN
Wermut kommt natürlich im gemässigten Eurasien, sowie in Nordafrika vor. Er wächst bevorzugt auf trockenen Böden oder auf sandig-tonigen Böden in der Nähe von Wasser­läufen. Er wächst in Höhen bis zu 3500 Meter. In Nordamerika wurde der Wermut eingeführt und kommt in sich selbst erhaltenden Populationen vor. [
MERKMALE
Mehrjähriger, bis 1 m hoher Halbstrauch mit aromatisch riechenden, 2- bis 3fach fiederteiligen, beiderseits dicht seidig behaarten Blättern. Die kleinen, gelben, fast kugeligen Blütenköpfchen sind in reich verzweigten Rispen angeordnet. Der Halbstrauch friert bei uns bis zum Boden ab.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Absinthii herba - Wermutkraut (syn. Eltzkraut, Magenkraut), die zur Blütezeit gesam­melten und getrockneten Laubblätter und blütentragenden Zweigspitzen. Die Droge wird aus den ost- und südosteuropäischen Ländern importiert.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Aether. Öl (Oleum Absinthii; 0,2-1,5 %), je nach Herkunft variiert dessen Zusammen­setzung, dominierend sind (+)-Thujon, cis-Epoxyocimen, trans-Sabinylacetat und Chysanthenylacetat, ferner wurden Sesquiterpene identifiziert, unter anderem α-Bisabolol, β-Curcumen sowie Spathulenol. Weitere Bestandteile sind Sesquiter­penlacton-Bitterstoffe, besonders das dimere Guajanolid Absinthin (0,20-0,28 %), ferner Anabsinthin, Artabsin, Artabin und Matricin sowie Flavonolglykoside.

Absinthin Thujon
PHARMAKOLOGIE
Die Wirkung von Wermut als aromatischer Magenbitter und antimikrobielles Mittel beruht auf den Bitterstoffen und dem ätherischen Öl. Thujon verstärkt die Alkohol­wirkung, ist jedoch in hoher Konzentration ein Krampfgift. Chronische Thujonvergiftung führt zu Delirium, Halluzinationen und Anfällen. Van Gogh als Absinthtrinker malte einige seiner Meisterwerke unter Thujoneinfluss.
ANWENDUNG
Wermut wird traditionell zur Appetitanregung und Behandlung von dyspeptischen Beschwerden eingesetzt, auch bei Magenschleimhautentzündung und Gallenblasen­leiden (Gallenwegsdyskinesie). Ausserliche Anwendung bei Hautleiden.
WARNUNG
Da Thujon als zentralnervös wirkendes Gift bekannt ist, wurde Wermut als traditioneller Aromazusatz von Absinth, Wermutlikör und anderen alkoholischen Getränken in den meisten Ländern verboten. Vermutlich stellt jedoch die gelegentliche Aufnahme kleiner Thujonmengen mit der Nahrung oder Arzneimitteln kein Gesundheitsrisiko dar.
HOMÖOPATHIE
Artemisia absinthium HAB1; die frischen, oberen Sprossteile, Blätter und Blüten.
Anwendungsgebiet: Erregungszustände und Krampfleiden sowie Entzündung der Magenschleimhaut.
SONSTIGES
Die Herkunft des Artnamens absinthium ist unklar. Nach Dioskurides stammt er von apsinthos (unerfreulich) oder von apinthos (untrinkbar) ab. Ebenso ist die Herkunft des deutschen Namens Wermut nicht gesichert. Möglicherweise sollten mit der Bezeichnung wurmwidrige Eigenschaften der Droge zum Ausdruck gebracht werden. Nach Dioskurides haben bereits die alten Ägypter den Wermut als Somi gekannt, der in der Form Saam im Papyrus Ebers vorkommt. Bei den latinischen Festen erhielt der Sieger im Wettrennen mit Stiergespannen auf dem Kapitol einen Wermuttrank. Bedeutung hat der Wermut über die Jahrtausende bis in die Gegenwart sowohl als Arznei- als auch als Genussmittel behalten, wie unter anderen aus dem bergischen Spruch hervorgeht "Wermot ist för alles got".
Letzte Änderung: 16.12.2009 / © W. Arnold

 

 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.


Wikipedia
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Artemisia absinthium - Wermut
Artemisia absinthium - Wermut
Artemisia absinthium - Wermut
Artemisia absinthium - Wermut


  Familie
Unterfamilie
Gattung
U-Gattung
Art
Asteraceae
Asteroideae
Artemisia
Absinthium
Wermut
  Wiss. Bez. Artemisia absinthium


Bei massvoller Verwendung kann der Organismus durchaus von den wertvollen Heilkräften dieser Pflanze profitieren. Übermässiger und allzu langer Gebrauch aber kann zu epilepsieähnlichen Zuständen führen. Dies gilt in erster Linie für alkoholische Zubereitungen.

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sind keine bekannt.

Nebenwirkungen sind nur bei Überdosierung zu befürchten; es handelt sich dabei im wesentlichen um Wirkungen des  (toxischen) Thujons. Die Symptome sind Erbrechen, Magen- und Darm­krämpfe, Harnverhaltung, in schweren Fällen Benommenheit, Nierenschäden und zentrale Störungen. Thujon lässt sich durch Hochdruckextraktion mit über­kritischem Kohlendioxid quantitativ aus Wermut extrahieren.


Die Eigenschaften dieser Pflanze sind seit sehr langen Zeiten bekannt. Man rühmt an ihr vor allem ihre appetitanregende und verdauungs­fördernde Wirkung, doch ist auch ihr regulierender Einfluss bei Monats­blutungen bedeutsam. Wermut ist fiebersenkend, anregend für die Lebertätigkeit und ein Wurmmittel.

Alkoholische Wermutauszüge und Lösungen des ätherischen Öls in Alkohol (Absinth-Liköre) waren wegen ihrer schädlichen Wirkungen insbesondere nach Dauerkonsum („Absinthismus") in vielen Kultur­staaten verboten. Ob ihre Toxizität auf das Thujon allein, auf die Kombination Thujon/Alkohol oder früher auch auf giftige Zusätze zum Absinth-Likör (Kupferacetat, Antimontrichlorid) zurückzuführen war, wird kontrovers beurteilt. Für Wermutwein werden heute Auszüge von Artemisia pontica (Römischer Wermut) verwendet, dessen ätherisches Öl thujonarm ist.