| HEILPFLANZEN |
Artemisia abrotanum - Eberraute |
Artemisia abrotanum (syn. Artemisia abrotanifolium, A. angustifolia, A. paniculata, A. procera);

Eberraute |
| Die ursprüngliche Heimat der Eberraute reicht von Albanien, Bosnien und Herzegowina sowie Kroatien bis zum südlichen europäischen Teil Russlands sowie der Ukraine bis zur Türkei, Armenien und zum Kaukasusvorland. Sie wird weitverbreitet angebaut. Die Eberraute ist in vielen Gebieten verwildert. Die Art gedeiht gut im Garten an einem trockenen und sonnigen Standort. |
| Bis über 1 m hoher, dichtästiger Halbstrauch, Stengel aufrecht, oberwärts rispig verzweigt. Laubblätter doppelt fiederspaltig. Köpfe sehr klein, fast kugelig, nickend, blattwinkelständige, beblätterte Trauben bildend. Blüten blassgelblich, die äusseren weiblich, die inneren zwittrig. Ganze Pflanze von erfrischend aromatischem, zitronenähnlichem Geruch. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Herba Artemisiae (syn. Herba Abrotani), die getrockneten oberirdischen Pflanzenteile. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Äther. Öl mit 1,8-Cineol als Hauptkomponente, daneben kommen weitere flüchtige Mono- bzw. Sesquiterpene wie z. B. Fenchen, Sabinen, Caryophyllen und Humulen. Isofraxidin, das Flavonolglykosid Rutin, die Chlorogensäure und das Cumarin Scopoletin wurden gefunden.
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| Ähnlich wie Wermut, d. h. hauptsächlich als appetitanregendes und die Verdauung förderndes Mittel. Ferner zur Behandlung von Menstruationsbeschwerden sowie zur Bekämpfung von parasitischen Würmern im Verdauungstrakt (hauptsächlich bei Kindern). Diese Anwendungsgebiete sind gegenwärtig nicht belegt. |
Artemisia abrotanum HAB1.

Anwendungsgebiet: Bei Abmagerung und Entwicklungsstörungen bei Kindern, chronischen Entzündungen, Hauterkrankungen, Rheumatismus und Gicht. |
| Schon von Hippokrates wurde die Eberraute gegen Lungenentzündung, als uterusreinigendes und geburtsbeschleunigendes Mittel verordnet. Paracelsus gibt zahlreiche Indikationen für ihren Gebrauch an: Nervenschmerz, Spasmus, Gliederschwäche, Asthma, Husten, Hüftschmerzen, Ulzerationen der Vagina, Spulwürmer, als Diuretikum und Emmenagogum. Dioskurides und Paracelsus empfehlen die Samen der Eberraute gegen Krämpfe, Rupturen, Harnverhaltung, Ischias und als Emmenagogum. |
| Letzte Änderung: 10.08.2010 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Unterfamilie
Gattung
Art |
Asterales
Asteraceae
Asteroideae
Artemisia
Eberraute
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Wiss. Bez. |
Artemisia abrotanum |
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Eberraute ist heute keine gebräuchliche Gewürzpflanze mehr. Im Mittelalter würzte man damit jedoch fette Speisen - so ähnlich wie wir das mit dem Beifuss, einer der Eberraute verwandten Pflanze, tun. Die Spitzen riechen und schmecken nach Cola, weshalb er auch „Coca-Cola- Strauch“ genannt wird. |
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Wer die Liebe eines Mädchens gewinnen wollte, musste ihr unbemerkt einige Eberrautenzweige unter das Schürzenband stecken. Weil die Liebe aber nur angezaubert war, hält sie nur einige Jahre, um dann ins Gegenteil umzuschlagen. Vielleicht heisst die Pflanze deswegen auch im Englischen Kiss-me-quick-and-go. |
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