HEILPFLANZEN
Arnica montana - Arnika
Arnica montana L. (syn. Doronicum arnica, D. montanum);

Arnika (syn. Bergdotterblume, Bergwohlverleih, Fallkraut, Johannisblume, Kraftrose, Kraftwurz, Sankt-Luzianskraut, Stichwurzel, Schnupftabaksblume, Tabakblume, Verfangkraut, Wohlverleih, Wundkraut)
Arnica montana - Arnika
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Arnica montana - Arnika
VORKOMMEN
Zum Teil aus Wildvorkommen in Spanien und einigen Balkanländern, jedoch zunehmend aus dem Anbau, da es züchterischen Bemühungen gelungen ist, eine Sorte von Arnica montana für den Feldanbau zu entwickeln (Sorte „Arbo”, Sortenschutz­inhaber: Bayerische Pflanzenschutzgesellschaft). Dadurch wurde der ohnehin nicht wesentliche Anbau von Arnica chamissonis, ssp. foliosa (noch bis 1999 offizinell [Ph. Eur.]) in Ostdeutschland hinfällig.
MERKMALE
Mehrjährige Pflanze mit behaarten Blättern und grossen, dottergelben Blütenköpfen. Arnica chamissonis unterscheidet sich durch den aufrechteren Habitus und kleinere Blütenköpfe.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Vorwiegend die Blütenköpfe (Arnicae flos) oder daraus gewonnene Tinktur und ätherisches Öl, selten Wurzeln oder die ganze Pflanze.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
HelenaninDie Hauptwirkstoffe (0,2–0,5%) sind Helenalin und verwandte Sesquiterpenlactone; auf diesen beruht die Bitterkeit der Droge. Ferner sind enthalten: Flavone und Flavonole, ätherisches Öl (mit Thymol, Thymolmethylether und Azulen), Triterpene, Phenolcarbonsäuren und Polysaccharide. Es sollen Spuren von Pyrrolizidinalkaloiden (Tussilagin und Isotussilagin) vorhanden sein.
PHARMAKOLOGIE
Sesquiterpenlactone wie Helenalin können durch kovalente Bindungen mit Proteinen deren Aktivität verändern. Diese und andere Arnikainhaltsstoffe besitzen mutagene, antimikrobielle und entzündungshemmende Eigenschaften. Bei äusserlicher Anwendung zeigen sie schmerzstillende, antiseptische, durchblutungssteigernde sowie wundheilende Effekte.
ANWENDUNG
Traditionell bei Prellungen, Hämatomen, Verstauchungen, Verbrennungen (auch Sonnenbrand), Windeldermatitis und als Counterirritans bei Rheuma. Arnika sollte nur äusserlich oder als Mundspülung (bei Schleimhautentzündung) angewendet werden – eine Einnahme wird nicht mehr empfohlen.
WARNUNG
Die innerliche Anwendung kann zu Fehlgeburt und sogar zum Tod führen. Innerliche und äusserliche Anwendung können schwere allergische Reaktionen auslösen. Kontakt mit Augen und offenen Wunden vermeiden.
HOMÖOPATHIE
1. Arnica montana HAB1, der getrocknete unterirdische Teil.
Anwendungsgebiet: Blutungen aller Art, Myalgie nach Überlastung, Erkrankungen des arteriellen und venösen Systems.

2. Arnica montana e floribus H 10 % HAB 1, die getrockneten Blütenstände.
Anwendungsgebiet: anthroposophische Therapierichtung.

3. Arnica montana ex herba HAB; frische, zur Zeit der Blüte geerntete, oberirdische Pflanzenteile.
Anwendungsgebiet: Muskelschmerzen, stumpfe Verletzungen.
SONSTIGES
Die Arnika hat überraschenderweise bei den antiken Schriftstellern der Drogenkunde keine Erwähnung gefunden. Ihr hohes Ansehen erlangte die Droge erst im späten Mittelalter, bes. im 17. und 18. Jh. als Mittel bei Verletzungen. Im Heilmittelschatz, z.B. des berühmten Berliner Arztes Hufeland (1762-1836), wird die Arnika als wichtige Droge genannt, die er bes. bei Überanstrengungen und Entzündungen als resorptions­förderndes und fäulniswidriges Mittel anwandte. Arnika war das letzte Heilmittel, das man dem sterbenden Goethe reichte.
Letzte Änderung: 03.01.2010 / © W. Arnold

 

 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2.
Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.


Wikipedia
Arnikablüten-Monographie (Kommission E, Bundesgesundheitsamt Berlin)


Arnica montana - Arnika
Arnica montana - Arnika
Arnica montana - Arnika
Arnica montana - Arnika
Arnica chamissonis - Nordamerikanische Wiesenarnika
Arnica chamissonis - Nordamerikanische Wiesenarnika
Arnica chamissonis - Nordamerikanische Wiesenarnika


  Ordnung
Familie
Unterfamilie
Gattung
Art
Asterales
Asteraceae
Asteroideae
Arnica
Arnika oder Berg-Wohlverleih
  Wiss. Bez. Arnica montana


Längere Anwendung an geschädigter Haut, z. B. bei Verletzungen oder Ulcus cruris, ruft relativ häufig ödematöse Dermatitis mit Bläschenbildung hervor. Ferner können bei längerer Anwendung Ekzeme auftreten. Bei hoher Konzentration in der Darreichung sind auch primär toxisch bedingte Hautreaktionen mit Bläschenbildung bis zur Nekrotisierung möglich.

Die innerliche Anwendung von Zubereitungen der Droge führt zu kardiotonischen, atemanaleptischen und vasomotorischen Effekten, geht jedoch auch mit toxischen Wirkungen einher, die zu Schweiss­ausbrüchen, Gastroenteritis, Tachykardie, Dyspnoe bis zum Kollaps, bedingt durch die enthaltenen Sesquiterpene, führen können, und sollte daher nicht genutzt werden.


 
  Die von meinem Foto entstandene Briefmarke der Schweizer Post (2003)