| HEILPFLANZEN |
Armoracia rusticana - Meerrettich |
Armoracia rusticana (syn. Armoracia sativa, Cardamine armoracia, Cochlearia armoracia, Cochlearia rusticana, Cochlearia sisymbrioides, Nasturtium armoracia, Raphanis magna, Roripa armoracia, Roripa rusticana);

Meerrettich (syn. Kren). |
| Im Wolga-Don-Gebiet, in Europa vielfach verwildert, Kulturen innerhalb der gemässigten Zonen. |
| Mehrjährige Pflanze mit zahlreichen dunkelgrünen Blättern, die direkt aus der dicken Pfahlwurzel entspringen. Kleine weisse Blüten in grossen verzweigten Blütenständen. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Die frische oder getrocknete Wurzel (Armoraciae radix). |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Die Frischdroge enthält viel Glucosinolate (Senfölglykoside) mit Gluconasturtin und Sinigrin als Hauptinhaltsstoffen. Die Glucosinolate werden in der Wurzel beim Trocknen durch Myrosinase zu Phenylethylisothiocyanat bzw. Allylisothiocyanat hydrolysiert; diese Substanzen sind im ätherischen Öl enthalten. Die Wurzel weist ferner Cumarine, Phenolcarbonsäuren, Vitamin C und anderes auf. Aus Meerrettichwurzel gewinnt man kommerziell das Enzym Peroxidase.
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| Isothiocyanate (Senföle) können kovalente Bindungen mit Proteinen eingehen und dadurch deren Aktivität verändern. Senföle besitzen antimikrobielle, krampflösende, zytotoxische und hautreizende (Hautrötung, Durchblutungssteigerung) Eigenschaften. |
| Traditionell zur Behandlung von Bronchialleiden und Harnwegsinfekten; äusserlich als Counterirritans bei Rheuma und Entzündungen aufgetragen. Meerrettich wird vorwiegend als Gewürz genutzt. |
Armoracia-Meerrettich HAB34; der frische Wurzelstock.

Anwendungsgebiet: Augenentzündungen, Entzündungen der oberen Luftwege sowie Oberbauchkoliken. |
| Die wissenschaftliche Bezeichnung ist lateinischen Ursprungs. So geht der Gattungsname Armoracia auf armoracius, d.h. am Meere wachsend, zurück, was auch im deutschen Namen Meerrettich beibehalten wird, während der Artname rusticus das ländliche, einfache ausdrückt. Die Pflanze gelangte im frühen Mittelalter aus Südosteuropa nach Mitteleuropa, fand auch bei Hildegard von Bingen und in den späteren Kräuterbüchern Erwähnung und diente sowohl als Küchengewürz wie auch als Mittel gegen Skorbut, Gelbsucht und Erkrankungen der Atmungsorgane. Vorsichtig ins Ohr geträufelter Saft der Droge wurde gegen Geschwüre im Ohr empfohlen. |
| Letzte Änderung: 19.12..2010 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Gattung |
Brassicales
Brassicaceae
Armoracia
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Wiss. Bez. |
Armoracia rusticana |
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Die Bezeichnung „Steirischer Kren“ genießt seit 2009 den Schutz der EU und ist eine geschützte geographische Angabe. |
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Allylisothiocyanat ist toxisch, es kann zu allergischen Reaktionen und Schleimhautreizungen führen. Meerrettich sollte auch als Gewürz nur mässig verwendet werden. Das unverdünnte ätherische Öl muss als Gefahrstoff angesehen werden. |
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