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HEILPFLANZEN |
Armoracia rusticana - Meerrettisch |
| Armoracia rusticana (syn. Armoracia sativa, Cardamine
armoracia, Cochlearia armoracia, Cochlearia rusticana, Cochlearia
sisymbrioides, Nasturtium armoracia, Raphanis magna, Roripa
armoracia, Roripa rusticana); Meerrettich (syn. Kren). |
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Botanische Familie: Brassicaceae (Cruciferae). |
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| VORKOMMEN |
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im Wolga-Don-Gebiet, in Europa vielfach verwildert, Kulturen innerhalb der gemässigten Zonen. |
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| MERKMALE |
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Mehrjährige Pflanze mit zahlreichen dunkelgrünen Blättern, die direkt aus der dicken Pfahlwurzel entspringen. Kleine weisse Blüten in grossen verzweigten Blütenständen. |
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| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Die frische oder getrocknete Wurzel (Armoraciae radix). |
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| ANWENDUNG |
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Traditionell zur Behandlung von Bronchialleiden und Harnwegsinfekten; äusserlich als Counterirritans bei Rheuma und Entzündungen aufgetragen. Meerrettich wird vorwiegend als Gewürz genutzt. |
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| ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG |
| Innerlich: frische Wurzel (20 g pro Tag). Äusserlich: Zubereitungen mit 2% Senföl (als Umschlag). Gelegentlich werden gefriergetrocknete Wurzeln oder Extrakte eingesetzt. |
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| WIRKSTOFFE |
| Die Frischdroge enthält viel Glucosinolate (Senfölglykoside) mit Gluconasturtin und Sinigrin als Hauptinhaltsstoffen. Die Glucosinolate werden in der Wurzel beim Trocknen durch Myrosinase zu Phenylethylisothiocyanat bzw. Allylisothiocyanat hydrolysiert; diese Substanzen sind im ätherischen Öl enthalten. Die Wurzel weist ferner Cumarine, Phenolcarbonsäuren, Vitamin C und anderes auf. Aus Meerrettichwurzel gewinnt man kommerziell das Enzym Peroxidase. |
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| PHARMAKOLOGIE |
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Isothiocyanate (Senföle) können kovalente Bindungen mit Proteinen eingehen und dadurch deren Aktivität verändern. Senföle besitzen antimikrobielle, krampflösende, zytotoxische und hautreizende (Hautrötung, Durchblutungssteigerung) Eigenschaften. |
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| WARNUNG |
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Allylisothiocyanat ist toxisch, es kann zu allergischen Reaktionen und Schleimhautreizungen führen. Meerrettich sollte auch als Gewürz nur mässig verwendet werden. Das unverdünnte ätherische Öl muss als Gefahrstoff angesehen werden. |
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| ANMERKUNG |
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Meerrettich sollte nicht mit dem essbaren Garten-Rettich (Raphanus sativus) verwechselt werden, der auch Senfölglykoside enthält. Nach Kommission E wirkt frischer Rettich-Presssaft (50—100 ml) gegen dyspeptische Beschwerden, Gallenwegsdyskinesien und Katarrh der oberen Luftwege. Zur medizinischen Anwendung bevorzugt man die Sorten des Schwarzen Rettichs, R. sativus var. niger. |
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| HOMÖOPATHIE |
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Armoracia-Meerrettich HAB34; der frische
Wurzelstock. |
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| SONSTIGES |
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Die wissenschaftliche Bezeichnung ist lateinischen Ursprungs. So geht der Gattungsname Armoracia auf armoracius, d.h. am Meere wachsend, zurück, was auch im deutschen Namen Meerrettich beibehalten wird, während der Artname rusticus das ländliche, einfache ausdrückt. Die Pflanze gelangte im frühen Mittelalter aus Südosteuropa nach Mitteleuropa, fand auch bei Hildegard von Bingen und in den späteren Kräuterbüchern Erwähnung und diente sowohl als Küchengewürz wie auch als Mittel gegen Skorbut, Gelbsucht und Erkrankungen der Atmungsorgane. Vorsichtig ins Ohr geträufelter Saft der Droge wurde gegen Geschwüre im Ohr empfohlen. |
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