| HEILPFLANZEN | Aristolochia clematitis - Osterluzei |
| Aristolochia clematitis
(syn. Aristolochia infesta, A. sarracenia); Osterluzei (syn. Aristolochia), |
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| MERKMALE |
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Mehrjährige Pflanze mit 60 cm hohen Stängeln, kriechenden Rhizomen und herzförmigen Blättern. Alle Pflanzenteile riechen unangenehm. Die gelben Blüten erinnern entfernt an einen menschlichen Fötus, daher der wissenschaftliche Name (griechisch: aristos lochia, „sehr gute Geburt”) – ein typisches Beispiel für die Signaturenlehre. |
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| INHALTSSTOFFE |
Aetherisches Öl
(0,02-0,2 %, mit a-Pinen
und a-Terpineol
als Hauptkomponenten), Aristolochiasäuren mit Aristolochiasäure I
(0,2 %, einer 3,4-Methylendioxy-8-
methoxy-10-nitrophenanthren-carbonsäure und Aristolochiasäure II
(0,1 %) im Trockengewicht als Hauptkomponenten, ferner phenolische
Stoffe, unter anderem Chlorogensäure, r-Cumarsäure
und Sinapinsäure. |
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| ANWENDUNG |
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Traditionell zur Weheneinleitung und zur Wundbehandlung genutzt; früher auch zur Einleitung von Monatsblutungen und Abtreibungen. |
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| WIRKUNG |
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Beruht auf der Aristolochiasäure, die insbes. eine Erhöhung der Phagozytoseaktivität der Leukozyten bewirkt, jedoch in höheren Dosen (bis 10 mg/kg) carcinogene Effekte auslösen kann. |
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| PHARMAKOLOGIE |
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Aristolochiasäuren bilden nach Stoffwechselaktivierung
DNA-Addukte, die zu Tumoren und Nierenschäden führen können. Trotzdem
besitzen die Verbindungen offenbar wundheilende und immunstimulierende
Eigenschaften. |
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| WARNUNG |
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In Deutschland ist die medizinische Anwendung von Aristolochia-Arten wegen ihrer Giftigkeit seit 1981 verboten. So konnten z. B. mehrere Fälle von Nierenversagen (interstitielle Fibrose) in Belgien auf die Verwendung der chinesischen A. fangchi zurückgeführt werden. |
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| ANMERKUNG |
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Aristolochia-Arten werden in vielen Regionen der Welt als traditionelles Arzneimittel genutzt. Aristolochia fangchi (guang fang ji) und A. kaempferi werden z. B. in der traditionellen chinesischen Medizin eingesetzt. Weitere Beispiele sind A. indica (in Indien: zur Empfängnisverhütung), A. rotunda (im Iran als Tonikum), A. cymbifera und A. ringens (in Südamerika bei Schlangenbissen, Geschwüren und Koliken) und A. serpentaria (Virginische Schlangenwurz; in Nordamerika traditionell bei Schlangenbissen und Verdauungsstörungen). Die mit Aristolochia verwandte Haselwurz (Asarum europaeum) wird in homöopathischen Zubereitungen verwendet. |
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| SONSTIGES |
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| ERWÄHNENSWERTES |
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