| HEILPFLANZEN |
Arctium lappa - Grosse Klette |
Arctium lappa (syn. Arctium majus, Lappa communis, Lappa major, Lappa officinalis, Lappa vulgaris);

Grosse Klette (syn. Rossklettenwurz). |
| Die Grosse Klette ist in Eurasien heimisch, das Hauptverbreitungsgebiet ist dabei Europa ohne Iberische Halbinsel, Irland, Schottland, Nördliches Skandinavien. Sie wurde in Nordamerika eingeschleppt. Sie wächst an Wegrändern, Zäunen, Ruderalstellen, auf Flussschottern und in Auwäldern. Letztere sind wohl die Primärstandorte. Sie bevorzugt frische, nährstoffreiche Lehmböden, und kommt bis in die montane Höhenstufe bis 1300 m hoch. |
| Die Grosse Klette ist wie die anderen Arten der Gattung eine zweijährige Pflanze und bildet eine verholzende Pfahlwurzel. Die Stängel sind aufrecht, kantig und spinnwebig behaart. Die Blätter sind ungeteilt, herzförmig-oval und bis 50 Zentimeter lang. Die Pflanzen werden 80 bis 180 Zentimeter hoch. Die Blätter sind unterseits kahl bis schwach graufilzig behaart. Die Stiele der Grundblätter sind markig. Die Blütenköpfe sind drei bis fünf Zentimeter breit, ihre Stiele bis zehn Zentimeter lang. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Bardanae radix (syn. Radix Bardanae, Radix Arctii, Radix Lappae); Klettenwurzel, die im Herbst des ersten oder im Frühjahr des zweiten Jahres gesammelten, getrockneten, ganzen oder zerkleinerten Wurzeln. Die Droge stammt meist aus Kulturen. Eher selten werdeb Blätter bzw. Früchte verwendet. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Die Wurzeln enthalten verschiedene Polyacetylenformen: schwefelhaltige heterocyclische Acetylenverbindungen wie Arctinal und Lappaphene sowie verschiedene schwefelfreie Verbindungen. Sie enthalten ferner ätherisches Öl (mit Benzaldehyd, Acetaldehyd und Pyrazinderivaten), grosse Mengen an Inulin, Triterpenen und zahlreiche Nebenverbindungen. Die Blätter enthalten ein bitteres Sesquiterpenlacton vom Germacranolidtyp, das Arctiopierin. Die Früchte haben einen hohen Lignangehalt. Die Inhaltsstoffe der Grossen Klette sind ausserordentlich gut untersucht.
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| Wurzeln und Blättern wird blutzuckersenkende und harntreibende Wirkung zugeschrieben. Es wird von einer Vielzahl Einzelaktivitäten berichtet, wie PAF-Antagonismus, Hemmung der cAMP-Phosphodiesterase sowie antimikrobielle und entzündungshemmende Eigenschaften. Diese können zum Teil durch die vorhandenen Lignane und Polyacetylene erklärt werden. |
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Traditionell bei Magendarmheschwerden (Klettenwurzel), heute fast obsolet. Wurzel- oder Blattextrakte werden äusserlich insbesondere bei Ekzem und Schuppenflechte eingesetzt, ferner bei Akne, Hautinfektionen, schlecht heilenden Wunden, Dermatosen, Furunkulose, Hautjucken und Insektenstichen. Angeblich fördert die Droge den Haarwuchs (Klettenwurzelhaaröl), dies scheint aber auf der Signaturenlehre zu fussen. Die Wirksamkeit bei den genannten Anwendungen ist nicht belegt.

Die Samen von Arctium lappa werden in Korea volksmedizinisch als entwässernd, antiinflammatorisch und entgiftend wirkendes Mittel verwendet . Wissenschaftliche Erkenntnisse, die eine Anwendung der Droge bei den genannten Krankheiten rechtfertigen würden, liegen nicht vor.
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Arctium lappa HAB34, die frische, von einjährigen Pflanzen gesammelte Wurzel.

Anwendungsgebiet: Hautausschläge, bes. nässende; Gebärmuttersenkung und rheumatische Beschwerden. |
| Der Gattungsname, der sich bereits bei Dioskurides findet, leitet sich vermutlich vom griechischen árcteion, der Bär, ab; möglicherweise wegen der wolligen Beschaffenheit der Blütenköpfchen. Der Artname lappa wird bei Plinius als weiterer Gattungsname genannt und ist aus dem griechischen labein = ergreifen, festhalten abgeleitet, womit auf die an den Kleidern fest haftenden Früchte hingewiesen wird. Der mittelalterliche Name bardana wird mit dem italienischen Namen "bard" (=Pferdedecke) in Verbindung gebracht, offenbar im Hinblick auf die grossen Blätter der Pflanze. Mit dem deutschen Namen Klette wird ebenfalls der Begriff des Klebrigen, Anhaftenden zum Ausdruck gebracht. |
| Letzte Änderung: 26.10.2010 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Unterfamilie
Gattung
Art |
Asterales
Asteraceae
Carduoideae
Arctium
Grosse Klette
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Wiss. Bez. |
Arctium lappa |
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Die Wurzeln wurden geröstet infolge ihres Inulingehaltes als Kaffee- Ersatz verwendet. |
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Nur mit Vorsicht anwenden bei vorliegender Zuckerkrankheit! |
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