| HEILPFLANZEN | Arctium lappa - Grosse Klette |
| Arctium
lappa (syn. Arctium majus, Lappa
communis, Lappa major, Lappa officinalis, Lappa vulgaris); Grosse Klette (syn. Rossklettenwurz). |
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DROGE (verwendeter Pflanzenteil) |
| Bardanae radix (syn. Radix Bardanae, Radix Arctii, Radix Lappae); Klettenwurzel, die im Herbst des ersten oder im Frühjahr des zweiten Jahres gesammelten, getrockneten, ganzen oder zerkleinerten Wurzeln. Die Droge stammt meist aus Kulturen von A. lappa. |
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| INHALTSSTOFFE |
| Die Wurzeln enthalten verschiedene Polyacetylenformen: schwefelhaltige heterocyclische Acetylenverbindungen wie Arctinal und Lappaphene sowie verschiedene schwefelfreie Verbindungen. Sie enthalten ferner ätherisches Öl (mit Benzaldehyd, Acetaldehyd und Pyrazinderivaten), grosse Mengen an Inulin, Triterpenen und zahlreiche Nebenverbindungen. Die Blätter enthalten ein bitteres Sesquiterpenlacton vom Germacranolidtyp, das Arctiopierin. Die Früchte haben einen hohen Lignangehalt. |
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| ANWENDUNG |
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Traditionell bei Magendarmheschwerden (Klettenwurzel), heute fast obsolet. Wurzel- oder Blattextrakte werden äusserlich insbesondere bei Ekzem und Schuppenflechte eingesetzt, ferner bei Akne, Hautinfektionen, schlecht heilenden Wunden, Dermatosen, Furunkulose, Hautjucken und Insektenstichen. Angeblich fördert die Droge den Haarwuchs (Klettenwurzelhaaröl), dies scheint aber auf der Signaturenlehre zu fussen. |
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| PHARMAKOLOGIE |
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Wurzeln und Blättern wird blutzuckersenkende und harntreibende Wirkung zugeschrieben. Es wird von einer Vielzahl Einzelaktivitäten berichtet, wie PAF-Antagonismus, Hemmung der cAMP-Phosphodiesterase sowie antimikrobielle und entzündungshemmende Eigenschaften. Diese können zum Teil durch die vorhandenen Lignane und Polyacetylene erklärt werden. |
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| HOMÖOPATHIE |
| Arctium lappa HAB34, die
frische, von einjährigen Pflanzen gesammelte Wurzel. Anwendungsgebiet: Hautausschläge, bes. nässende; Gebärmuttersenkung und rheumatische Beschwerden. |
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| SONSTIGES |
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Der Gattungsname, der sich bereits bei Dioskurides findet, leitet sich vermutlich vom griechischen árcteion, der Bär, ab; möglicherweise wegen der wolligen Beschaffenheit der Blütenköpfchen. Der Artname lappa wird bei Plinius als weiterer Gattungsname genannt und ist aus dem griechischen labein = ergreifen, festhalten abgeleitet, womit auf die an den Kleidern fest haftenden Früchte hingewiesen wird. Der mittelalterliche Name bardana wird mit dem italienischen Namen "bard" (=Pferdedecke) in Verbindung gebracht, offenbar im Hinblick auf die grossen Blätter der Pflanze. Mit dem deutschen Namen Klette wird ebenfalls der Begriff des Klebrigen, Anhaftenden zum Ausdruck gebracht. |
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