HEILPFLANZEN
Anthyllis vulneraria - Wundklee
Anthyllis vulneraria (syn. Vulneraria heterophylla);

Wundklee (syn. Apothekerklee, Bärenklee, Bartklee, Frauenkäppeln, Gelber Klee, Goldknopf, Hasenklee, Kretzenkraut, Russischer Klee, Schafszähn, Sommerklee, Tannenklee, Watteblume, Wollklee, Wundkraut).
Anthyllis vulneraria - Wundklee
Anthyllis vulneraria - Wundklee
Anthyllis vulneraria - Wundklee
VORKOMMEN
Das Verbreitungsgebiet des Echten Wundklees umfasst ganz Europa sowie Nordafrika. Als Standort werden Trockenwiesen und Halbtrockenrasen, Wegränder, Böschungen, Steinbrüche aber auch Küstendünen bevorzugt. Die Pflanze wächst von der Ebene bis in alpine Regionen.
MERKMALE
Die mehrjährige, krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von etwa 5 bis 40 Zentimetern. Die Stängelblätter bestehen aus zwei bis sieben Blättchenpaare. Die Blättchenform ist lang-elliptisch. Die Blüten stehen in vielblütigen Blütenköpfen. Die goldgelbe Krone wird bis zu 20mm lang. Gelegentlich sind diese auch von weisslicher, oranger oder roter Farbe. Der weisszottig behaarte Kelch ist nach der Blütezeit aufgeblasen und hat un­gleiche Zähne. Die Blütezeit ist von Juni bis September.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
1. Anthyllis-vulneria-Blüten - (syn. Anthyllidis vulnerariae flos, Flores Anthyllidis vulne­ra­riae, Flores vulnerariae, Flores vulnerariae cum calice);
Wundkleeblüten, die getrockneten Blüten.

2. Anthyllis-vulneraria-Kraut - Wundkleekraut.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
1. Anthyllis-vulneria-Blüten - Gerbstoffe (0,6  %), vermutlich vom Catechin-Typ.

2. Anthyllis-vulneraria-Kraut - Vom Vorhandensein von Saponinen wird berichtet, genau­ere Angaben in der Literatur fehlen jedoch. In Blüten, Stengeln und Blättern sind Gerb­stoffe, vermutlich vom Catechintyp (bis zu 0,5 %), festgestellt worden. In den Blättern wurden Quercetin, Kämpferol, Isorhamnetin, Rhamnetin und weitere Flavonole nachge­wiesen worden. Als Hauptbestandteile der ca. 35 nachgewiesenen Flavonolglykoside sind vor allem Galaktoside und Arabinoside von Quercetin, Kämpferol und Isorhamnetin zu nennen.
ANWENDUNG
1. Anthyllis-vulneria-Blüten - Wundklee-Tee wird zur Geschwürbehandlung- und Wund­be­handlung sowohl innerlich als auch äusserlich verwendet (Umschläge und Spülun­gen). Weitere Anwendungen als Teemischung mit Spitzwegerich gegen Husten zur inneren Einnahme, als Bestandteil von Blutreinigungstees, gegen Erfrierungen und gegen Erb­re­chen. Die Wirksamkeit der Zubereitung bei den genannten Anwendungs­gebieten ist wis­sen­schaftlich nicht ausreichend belegt.

2. Anthyllis-vulneraria-Kraut - Der ethanolische Extrakt zeigt eine gewisse antivirale Aktivität.
SONSTIGES
Das Artepipheton vulneraria leitet sich vom lateinischen vulnerarius (= Wund) ab. Auch der volkstümliche Name Wundklee bzw. "Wundkraut" verweist auf die Verwendung in der Volksmedizin zur Heilung von Wunden und als Hustenmittel ab.
Letzte Änderung: 26.10.2010 / © W. Arnold
 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.


Wikipedia


Anthyllis vulneraria - Wundklee
Anthyllis vulneraria - Wundklee
Anthyllis vulneraria - Wundklee


  Ordnung
Familie
Unterfamilie
Gattung
Art
Fabales
Fabaceae
Faboideae
Anthyllis
Echter Wundklee
  Wiss. Bez. Anthyllis vulneraria


Der Echte Wundklee galt auch als Zauberkraut. In die Wiege gelegt sollte er kleine Kinder vor dem „Ver­schrei­en“ (=Verhexen) beschützen, wovon sich auch der Name Schrei­klee ableitet.