HEILPFLANZEN
Althaea officinalis - Echter Eibisch
Eibisch (syn. Heilwurz, Sammetpappel, Ibischwurz)
Althaea officinalis - Eibisch
Althaea officinalis - Eibisch
Althaea officinalis - Eibisch
VORKOMMEN
Überwiegend Kulturen südosteuropäischer Länder. Gedeiht bei mir sehr gut im Garten.
MERKMALE
Mehrjährige, bis zu 2 m hohe Pflanze mit behaarten Blättern und rosafarbenen Blüten. Eibisch ist eine wertvolle Bienenfutterpflanze. Bei der Unterfamilie Malvoideae sind die vielen Staubblätter zu einer den Stempel umgebenden Röhre verwachsen, der soge­nan­nten Columna.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
1. Althaeae flos (syn. Flores Althaeae, Flores Hibisci, Flores Bismalvae); Eibischblüten (syn. Altheeblüten), die zur Blütezeit im Juli bis August gesammelten, fleischfarbenen, getro­ck­neten Blüten.

2. Althaeae folium (syn. Folia Althaeae, Folia Bismalvae, Folia Hibisci, Folium Althaeae, Herba Bismalvae, Herba Malvae Visci); Eibischblätter (syn. Altheeblätter), die vor oder während der Blüte gesammelten und getrockneten Laubblätter.

3. Althaeae radix (syn. Radix Althaeae, Radix Bismalvae, Radix Doronicae, Radix Hibisci); Eibischwurzel (syn. Bismalvawurzel, Altheewurzel, Heilwurzel, Ibischwurzel, Weiss­wurzel, Schleimwurzel, Weisse Süssholzwurzel, Alter Thee-Wurzel, Driantenwurzel, Heimischwurzel, Weisse Malvenwurzel).
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
1. Althaeae flos - Schleimstoffe (5-9%), überwiegend aus Galactose, Rhamnose, Galactu­ron­säure, Arabinose und Glucose bestehend.

2. Althaeae folium - Schleimstoffe (6-10%), im wesentlichen aus Galacturonorhamnanen und Arabinogalactanen bestehend.

3. Althaeae radix - Schleimstoffe (10-20%, bes. Galacturonorhamnane, hochverzweigte Arabinane, Glucane und Arabinogalactane).
PHARMAKOLOGIE
Die Schleimstoffe bilden einen Schutzfilm über gereizten Schleimhäuten. Es gibt jedoch auch Hinweise auf entzündungshemmende oder andere günstige Effekte. Bei Mäusen wurde eine blutzuckersenkende Wirkung beobachtet, nachdem Polysaccharide aus Althaea officinalis i.p. appliziert wurden.
Bei Husten mit Auswurf und verschleimten Atemwegen ist die Behandlung mit Eibisch­zubereitungen nicht zu empfehlen, da sie das Abhusten beeinträchtigen können. Schleimlösende Mittel sind dann zu bevorzugen.
ANWENDUNG
1. Althaeae flos - als Tee bei Erkrankungen der Atmungsorgane sowie zum Gurgeln als reizlinderndes Mittel bei entzündlichen Prozessen im Mund- und Rachenraum.

2. Althaeae folium - Katarrhe der Atemwege, trockener Reizhusten sowie bei Schleim­haut­reizungen im Mund- und Rachenraum.

3. Althaeae radix - Zur Reizlinderung bei leichten Entzündungen der Magenschleimhaut, bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum und damit verbundenem Reizhusten. Volkstümlich bei Katarrhen der Atemwege, des Magen-Darm-Traktes und der Harnwege. Ferner bei Geschwüren, Abszessen und Verbrennungen der Haut.
SONSTIGES
Die als Süssigkeiten bekannten Marshmallows wurden früher aus Eibischwurzel­extra­kten hergestellt. Stockrosenblüten (Aleeae flos) von Alcea rosea, syn. Althaea rosea, werden gerne bei Atemwegs-und entzündlichen Beschwerden genutzt, wie auch als Schönungsdroge für Kräutertees.
Letzte Änderung: 10.05.2010 / © W. Arnold
 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.

Wikipedia

Althaea officinalis - Eibisch
Althaea officinalis - Eibisch

  Ordnung
Familie
Unterfamilie
Gattung
Art
Malvales
Malvaceae
Malvoideae
Althaea
Echter Eibisch
  Wiss. Bez. Althaea officinalis


Gegessen hat man früher auch die Wurzeln, die zuerst gekocht und dann gebraten wurden. Essbar sind auch die Blüten, und die jungen Blätter können im Salat mitgegessen werden. Die Römer verwendeten die Pflanze als Suppenkraut und zur Füllung von Spanferkeln
Zubereitungen aus Eibisch haben keine schleimlösende Wirkung und sind nur bei trockenem Reizhusten angebracht!

Aus Substanzen des Eibischs wurde früher die Süssigkeit Marsh­mallow hergestellt, die heute vor allem mit den USA assoziiert werden, die aber auf die pâte de guimauve der Französischen Küche zurückgeht. Der Name Marshmallow leitet sich von der englisch­spra­chigen Bezeichnung marsh mallow (deutsch: Sumpf-Malve) für den Eibisch ab.