| HEILPFLANZEN |
Allium ursinum - Bärlauch |
Allium ursinum (syn. Allium latifolium, A. nemorale, Ophioscorodon ursinum);

Bärlauch (syn. Bärenlauch, Ramsell, Waldknoblauch, Waldlauch, Wilder Knoblauch, Zigeunerlauch). |
| Der Bärlauch kommt nahezu in ganz Europa mit Ausnahme der immergrünen, mediterranen Region sowie der ungarischen Tiefebene bis nach Nordasien (Kleinasien, Kaukasus) in Höhenlagen von Meereshöhe bis in 1900 Meter Höhe vor. Er ist häufig und findet sich teils in grossen Beständen in schattigen, feuchten und humusreichen Auwäldern und Laubwäldern, in Auen, Schluchten, unter Sträuchern oder an Bächen |
 |
Bärlauch gehört zu den Lauchpflanzen und spriesst daher aus einer länglichen Zwiebel. Aus ihr wachsen meist zwei Laubblätter von elliptisch-lanzettlicher Form, die die Eigenart besitzen, ihre dunkle und grünere Unterseite dem Himmel und die blassere Oberseite dem Boden zuzuwenden. Die Pflanze bevorzugt humusreiche, feuchte Stellen schattiger Laubwälder, wo sie sich grossflächig verbreitet und schon von weitem durch ihren höchst intensiven knoblauchartigen Duft auffällt.
Bärlauch wird beim Sammeln immer wieder mit dem Maiglöckchen, der Herbstzeitlose oder den meist ungefleckten Blättern jüngerer Pflanzen des Gefleckten Aronstab verwechselt. Diese drei Pflanzen sind giftig, die Vergiftungen können tödlich sein. Verwechslungsgefahr besteht vor allem, weil der Bärlauch vor der Blüte gesammelt wird. Die verbreitete Erkennungsmethode, die Blätter zwischen den Fingern zu zerreiben, um den typischen Geruch freizusetzen, ist nicht unproblematisch, da die Finger den Geruch annehmen können und anschliessende Tests somit unzuverlässig werden.
|
 |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
1. Allii ursini bulbus (syn. Bulbus Allii ursini). Bärlauchzwiebel.

2. Allii ursini herba (syn. Herba Allii ursini); Bärlauchkraut (syn. Zigeunerlauchkraut). |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
1. Allii ursini bulbus - Abhängig von der Verarbeitungsweise, unter anderem Cysteinsulfoxide (z.B. Alliin), Thiosulfinate, Dithiine und Ajoen, wasserdampfflüchtige Bestandteile (ca. 12 % in der frischen Droge) und freie Aminosäuren.

2. Allii ursini herba - s. Allii ursini bulbus.
|
1. Allii ursini bulbus - Bärlauchzwiebel wird roh, kleingehackt oder als Presssaft bei Arteriosklerose und Bluthochdruck angewandt. Klinische Studien zum Nachweis der Wirksamkeit bei den genannten Anwendungsgebieten liegen nicht vor. Ausserdem dient die Droge als Gewürz.

2. Allii ursini herba - In der Volksmedizin ähnlich wie Allium sativum bei Magen-Darm-Störungen, Gärungsdyspepsien, Flatuleszenz sowie Bluthochdruck und Arteriosklerose. Äusserlich bei chronischen Hautausschlägen. Die Wirksamkeit bei den genannten Anwendungsgebieten ist nicht belegt. |
Allium ursinum HAB1, die ganzen, frischen, zu Beginn der Blütezeit gesammelten Pflanzen.
Anwendungsgebiet: Verdauungsschwäche. |
| Letzte Änderung: 10.05.2010 / © W. Arnold |
|
|
 |
 |
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
 |
A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
 |
Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
 |
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
 |
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
 |
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
 |
Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
 |
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
 |
| |
Ordnung
Familie
Unterfamilie
Gattung
Art |
Asparagales
Amaryllidaceae
Allioideae
Allium
Bärlauch
|
| |
Wiss. Bez. |
Allium ursinum |
 |
 |
Der Bärlauch ist eine altbekannte Gemüse-, Gewürz- und Heilpflanze, die seit einigen Jahren eine Renaissance erlebt. Die Pflanze ist zwar komplett essbar, genutzt werden aber vorwiegend die Blätter, frisch als Gewürz oder Gemüse in der Frühjahrsküche. |
|