Knoblauch - Allium sativum

Allium sativum (syn. Porrum sativum);
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Knoblauch (syn. Gartenknoblauch, Knobloch, Knopfel).

Knoblauch

Allium sativum - Knoblauch

VORKOMMEN

Knoblauch ist eine Kulturpflanze und gelangte aus den Steppengebieten Zentral- und Südasiens über das Mittelmeer nach Europa; der Wildtyp gilt als ausgestorben. Knoblauch wird weltweit angebaut.

MERKMALE

Knoblauch ist eine ausdauernde, 30 bis 80 cm hohe Pflanze mit aufrechtem, starrem Stengel, der bis zur Mitte beblättert ist. Die Laubblätter sind flach, breit-lineal 4 bis 25 mm und gekielt zugespitzt, die Hülle ist lang geschnäbelt. Die Blüten sind langgestielt, verbleiben aber meist im Knospenstadium und setzen oftmals keine Samen an. Die Blütenblätter sind rötlich und länger als die Staubblätter.

DROGEN (verwendete Pflanzenteile)

1. Allii sativi aetheroleum: (syn. Oleum Allii sativi); Ätherisches Knoblauchöl (syn. Knoblauchdestillat, Knoblauchöldestillat)
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2. Allii sativi bulbus: (syn. Bulbus Allii sativi); Knoblauchzwiebel,

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE

Getrockneter Knoblauch (Knoblauchpulver) enthält ungefähr 1 % Alliin (S-Allyl-L-(+)-cysteinsulfoxid). In geringen Mengen weitere Alliine, vor allem Alliinase, ca. 0,05 % Adenosin (ein ubiquitär vorkommendes Nucleosid) sowie Fructane. Frischer Knoblauch enthält das aus zwei Untereinheiten bestehende Enzym Allinase.
Aus Alliin entsteht nach Gewebezerstörung katalysiert durch die Alliinase das Allicin. Dieses wird durch Wasser- und Luftsauerstoffeinwirkung in verschiedene weitere Produkte gespalten, darunter das stark riechende Diallyldisulfid (= Knoblauchgeruch).
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Aus Allicin können mehrere andere schwefelhaltige Verbindungen entstehen, die vor allem beim Erhitzen von Knoblauch entstehen. Zu diesen gehören Diallyldisulfid, Diallylthiosulfonat und vor allem Ajoen.
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Ajoen kann die Aggregation von Thrombozyten verhindern, und wirkt somit antithrombotisch.

Alliin, Allicin, Ajoen

PHARMAKOLOGIE

Ausreichend belegt für Knoblauch ist die antibakterielle, die antimykotische und die lipidsenkende Wirkung. Ebenso die Hemmung der Thrombozytenaggregation, die Verlängerung der Blutungs- und Gerinnungszeit sowie die Steigerung der fibrinolytischen Aktivität.

Metaanalysen konnten zeigen, dass Knoblauch die Cholesterinwerte insgesamt signifikant senkt.

Metaanalysen von statistischen Erhebungen der vorbeugenden Ernährung legen eine vorbeugende bzw. lindernde Wirkung gegen Darmkrebs nahe.

ANWENDUNG

Anerkannte medizinische Anwendungen (Kommission E):
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  • Anwendungsgebiete: Zur Unterstützung diätetischer Massnahmen bei Erhöhung der Blutfettwerte. Zur Vorbeugung altersbedingter Gefässveränderungen.
  • Gegenanzeigen: Keine bekannt.
  • Nebenwirkungen: Selten Magen-Darmbeschwerden, allergische Reaktionen.
  • Hinweis: Veränderung des Geruchs von Haut und Atemluft.
  • Wechselwirkungen mit anderen Mitteln: Keine bekannt.
  • Dosierung:
    Soweit nicht anders verordnet: Mittlere Tagesdosis: 4 g frische Knoblauchzwiebel; Zubereitungen entsprechend.
  • Art der Anwendung: Zerkleinerte Droge und deren Zubereitungen zum Einnehmen.
  • Wirkungen: antibakteriell, antimykotisch, lipidsenkend, Hemmung der Thrombozytenaggregation, Verlängerung der Blutungs- und Gerinnungszeit, Steigerung der fibrinolytischen Aktivität.

Die ESCOP erwähnt zudem die volkstümliche Anwendung bei Infektionen der oberen Atemwege und Erkältungskrankheiten. Wegen fehlender klinischer Daten wird diese Anwendung sehr kritisch beurteilt.
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Knoblauch ist ausserdem eine wichtige Selenquelle.

Anwendung in der Volksmedizin
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Bei Arteriosklerose; Bluthochdruck; Husten, Bronchitis; Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, insbesondere Verdauungsstörungen mit Blähungen und als Wurmmittel. Weiter unterstützend bei Diabetes; als Tonicum bei den verschiedensten Erkrankungen und Schwächezuständen.
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Äusserlich bei Hühneraugen, Warzen, Muskelschmerzen, Neuralgien und rheumatischen Erkrankungen wie Lumbago, Arthritis und Ischias.
Die Wirksamkeit bei den genannten Anwendungsgebieten ist nicht belegt,

ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG

Als Tonikum wird Knoblauch oft als Dragée, meistens kombiniert mit Weissdorn, Ginkgo, Herzgespann, Mistel und Ginseng, angeboten.
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Die Anwendung als Teeaufgusses ist nicht sinnvoll (Alliin ist kaum wasserlöslich und würde sich spontan zu den unangenehm riechenden Schwefelverbindungen umlagern).

STATUS

  • Kommission E: - positive Bewertung
  • ESCOP: - positive Bewertung
  • HMPC: - Monographie „Knoblauchpulver“ ist in Arbeit.

HOMÖOPATHIE

Allium sativum - die frische Zwiebel.
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Anwendungsgebiete: Entzündungen der unteren Luftwege, Verdauungsstörungen, Muskelrheumatismus im Lendenbereich.

KNOBLAUCH IM GARTEN

Knoblauch wird am besten auf mittelschweren, lehmig-humosen, tiefgründigen Böden ohne Staunässe angebaut. Es sind zwei gängige Verfahren bekannt um Knoblauch anzubauen: Entweder setzt man die Zehen oder die kleinen Brutzwiebeln, die der Knoblauch an der Spitze ausbildet.
Die Zehen werden einjährig angebaut und im Frühjahr (ab April) oder im Herbst (September bis Oktober) gesteckt. Knoblauch bevorzugt einen sonnigen, geschützten Standort und kann sehr gut zwischen andere Pflanzen gesetzt werden. Das Anpflanzen von Knoblauch ist kinderleicht und kann selbst von unerfahrenen Gärtner oder sogar Kindern leicht bewältigt werden.

Knoblauch

SONSTIGES

Knoblauch ist wohl eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt. Schon im alten Ägypten war Knoblauch sehr beliebt, er wird seit über 5.000 Jahren angebaut. Seit Urzeiten galt der Knoblauch nicht nur als eine Art Schutzpflanze vor Vergiftungen, sondern auch als ein Mittel das vor Bosheit und Zauber schützt. In den Romanen über Dracula und in den Vampirfilmen hat sich dieser Aspekt bis heute erhalten.
Im Artepitheton sativum kommt die lange Tradition als Kulturpflanze zum Ausdruck (‚sativus’ = angebaut, angepflanzt). Die Entstehung des Gattungsnamens Allium ist ungeklärt.
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Letzte Änderung: 19.01.2017 / © W. Arnold