| HEILPFLANZEN |
Allium sativum - Knoblauch |
Allium sativum (syn. Porrum sativum)

Knoblauch (syn. Gartenknoblauch, Knobloch, Knopfel) |
| Mittlerer Osten oder Zentralasien. Alte Kulturpflanze mit unklarer Herkunft; seit der Antike als Nahrungs-, Gewürz- und Arzneipflanze genutzt. |
| Mehrjährige Pflanze mit länglichen, flachen graugrünen Blättern, kugeligen Blütenständen und zahlreichen Zwiebelchen (Knoblauchzehen) in einer Gruppe. Bärlauchhlätter (Allium ursinum) werden als Knoblauchersatz verwendet. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
1. Allii sativi aetheroleum: (syn. Oleum Allii sativi); Ätherisches Knoblauchöl (syn. Knoblauchdestillat, Knoblauchöldestillat)

2. Allii sativi bulbus: (syn. Bulbus Allii sativi); Knoblauchzwiebel, |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
1. Allii sativi aetheroleum: wasserdampfflüchtige Umsetzungsprodukte des Alliins (homologe Di-, Tri- und Oligosulfide), Limonen und andere nicht definierte Stoffe.

2. Allii sativi bulbus: g-Glutamyl-S-alkylcysteine (0,5-1 %), S-Alkyl-L-cysteinsulfoxide (z.B. Alliin, mind. 0,3 %), Alliinase (ein Enzym, das verantwortlich ist für die Bildung von Allicin, Di- und Oligosulfide, Ajoene, Vinyldithiine), Allithiamin, Adenosin, Aminosäuren, Fructane, Flavonoide und äther. Öl. 
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In zahlreichen Tierversuchen und Patientenstudien wurden antimikrobielle, antivirale und lipidsenkende Effekte nachgewiesen. Allicin und Ajoen gelten als Thrombozytenaggregationshemmer und führen damit zu verlängerter Blutungs- und Gerinnungszeit. Die Wirkung gegen Pilze wird auf die Hemmung der Lipidsynthese bei Hefen zurückgeführt.

Allicin ist eine natürlicherweise in Knoblauch vorkommende schwefelhaltige Verbindung, die unter anderem für dessen typischen Geruch verantwortlich ist. Die Verbindung wird über Atem und Haut wieder ausgeschieden. Allicin ist ein Abbauprodukt der Aminosäure Alliin und entsteht bei Beschädigung der Knoblauchzehe unter Einwirkung des Enzyms Alliinase. Allicin hat zytotoxische (zelltötende) Eigenschaften, die sich aber beim Verzehr nicht auswirken, da es sehr schnell zu ungiftigen Stoffen weiter abgebaut wird: Allicin → Diallyltrisulfid, Methylallyltrisulfid → 2-Vinyldithiin-1,3, 3-Vinyldithiin-1,2 → Ajoen (ähnliche Wirkung wie Allicin, aber ohne Knoblauchgeruch).

Derzeit (2005) wird im Tierexperiment erprobt, ob die zytotoxische Wirkung von Allicin zur Krebstherapie genutzt werden kann. Hierzu koppelten die Forscher das Enzym Alliinase an einen die Krebszellen (Lymphom) erkennenden Antikörper. Nach Injektion in die Blutbahn von Mäusen, denen zuvor menschliche Lymphknotenkrebszellen implantiert worden waren, band dieser sehr schnell an die abzutötenden Tumorzellen. Daraufhin wurde die Allicin-Vorstufe Alliin, sie ist deutlich langlebiger als Allicin, verabreicht. Sobald dieses auf die Alliinase traf, wurde es in Allicin umgewandelt, das in die Tumorzellen eindrang und sie abtötete. Nach nur drei Tagen waren zwischen 85 und 96 % der Krebszellen zerstört. Die Forscher haben nun die Hoffnung, dass dieses Verfahren einmal auch beim Menschen als weniger belastende Alternative für die Therapie von Krebs eingesetzt werden kann. |
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1. Allii sativi aetheroleum: zur unterstützenden Therapie bei erhöhten Blutfettwerten und Prophylaxe der Arteriosklerose.

2. Allii sativi bulbus: zur Unterstützung diätetischer Massnahmen bei erhöhten Blutfettwerten und zur Prophylaxe altersbedingter Gefässveränderungen. In der Volksheilkunde wird die Droge bei Arteriosklerose, Hypertonie, Erkrankungen des Respirationstraktes und Magen-Darm-Kanals (Verdauungsbeschwerden, Koliken), als Wurmmittel (Oxyuren) und klimakterischen Schmerzen eingesetzt. Auch zur Unterstützung bei Diabetes und als Tonikum kommt die Droge zur Anwendung. Äusserlich wird sie bei Hühneraugen, Warzen, Schwielen, Haarflechten, Ohrenentzündung, Muskelschmerzen, Neuralgien und Rheuma verwendet. Ausserdem ist die Knoblauchzwiebel weltweit ein beliebtes Küchengewürz. |
| ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG |
| Tagesdosis: 4 g frischer Knoblauch (bzw. entsprechende Mengen in Zubereitungen). Knoblauch wird am besten frisch eingenommen; getrockneter Knoblauch (Pulver) und ätherisches Öl sind Bestandteil von Tinkturen und Sirup. |
Allium sativum HAB1, die frische Zwiebel.

Anwendungsgebiete: Entzündungen der unteren Luftwege, Verdauungsstörungen, Muskelrheumatismus im Lendenbereich. |
| Der Knoblauch gehört zu den Liliengewächsen und stammt wahrscheinlich aus Zentral- Ostasien. Seine Geschichte lässt sich bis 1550 v. Chr. zurückverfolgen. Für die Bauarbeiter der Ägyptischen Pyramiden war er ebenso unverzichtbar wie bei der ersten Olympiade in Griechenland als Dopingmittel. 1858 konnte Pasteur seine antibakterielle Wirkung nachweisen. |
| Letzte Änderung: 20.01.2012 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Unterfamilie
Gattung
Art |
Asparagales
Amaryllidaceae
Allioideae
Allium
Knoblauch
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Wiss. Bez. |
Allium sativum |
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Knoblauch war schon im Altertum als Nahrungs- und Heilmittel bekannt. Ägypten war das Knoblauchland des Altertums, er galt dort als heilige Pflanze. Mit Knoblauch als Grabbeigabe wurden die Pharaonen zur letzten Überfahrt gewappnet. Ägyptische Sklaven benutzten Knoblauch als Stärkungsmittel und um Läuse und Darmparasiten zu vertreiben. |
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Knoblauch kann mit den Standard-Blutverdünnungsmitteln wie Warfarin in Wechselwirkung treten. |
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Tradit. Medizin, Pharma, ESCOP
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Kommission E: positive Bewertung |
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Klinische Studien: positiv |
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