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Da
sich die komplexen Moleküle nicht im Labor herstellen lassen, versuchen Forscher nun,
massgeschneiderte Pflanzen zu entwerfen. Sie verändern die Gene so, dass in den Pflanzen
der Bau einzelner Alkaloid-Komponenten gefördert oder unterbunden wird. Dies nennt man
"metabolic engineering". Das klingt jedoch einfacher als es ist, denn auch wenn
Schlafmohn eine der ältesten bekannten Heilpflanzen ist, umweht sie immer noch eine
Fülle von Geheimnissen. So kennen Wissenschaftler zwar inzwischen alle 17 Enzyme, die
Morphin aus den beiden Aminosäuremolekülen entstehen lassen. "Die Biosynthese ist
enzymatisch vollständig aufgeklärt, aber nicht ihre Regulation", erläutert Dr.
Susanne Frick vom Institut für Pflanzenbiochemie in Halle das Problem. Weshalb die
Pflanzen zu welchem Zeitpunkt auch immer wie viel Morphin, Codein, Sanguinarin oder
Papaverin herstellen, versteckt sich noch in den langen Fäden des Genoms. Aber das soll
sich ändern. Mit der Kenntnis der Gene könnte man vermutlich das Spektrum der
Naturstoffe in der Pflanze beeinflussen. Denkbar wäre etwa eine Pflanze, die nur so vor
dem antimikrobiellen Sanguinarin strotzt, aber kaum Morphin produziert. |