SPIEGEL 2/2005

Heilpflanzen:   Heilsamer Kamillentee

Eine Untersuchung britischer Forscher bestätigt, dass der seit Jahrhunderten als Hausmittel verwendete Kamillentee gesundheitsfördernde Bestandteile enthält. Bei Urintests mit Probanden, die zwei Wochen lang täglich fünf Tassen des Getränks konsumiert hatten, fanden sie erhöhte Werte für ein Abbauprodukt der in den Pflanzen enthaltenen Phenole, von denen einige antibakterielle Wirkung entfalten. Das könnte nach Ansicht der Wissenschaftler erklären, warum der Tee das Immunsystem ankurbelt und bei Erkältungen hilft. Erhöhte Mengen von muskelentspannendem Glycin wiederum sind offenbar Kamille der Schlüssel dafür, warum Frauen mit Gebärmutterkrämpfen während der Periode von Kamillentee profitieren. Dasselbe Glycin wirkt heilsam auf die Nerven – ein Hinweis darauf, warum der Tee die innere Ruhe fördert und sanfter Gelassenheit zum Sieg verhilft. Sogar noch zwei Wochen nach dem Ende der Tests blieben die Urinwerte für die beiden Inhaltsstoffe erhöht. Zwar halten die Chemiker vom Imperial College London weitere Studien für notwendig, um die Segnungen des Tees zu beweisen. Doch von den ersten Ergebnissen sind sie beeindruckt: „Das ist eine aus einer immer größer werdenden Zahl von Untersuchungen, die uns zeigen, dass in Hausmitteln tatsächlich Substanzen mit heilendem Potential stecken”, sagt Studienleiterin Elaine Holmes.