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Serotoninverwandte Wirkstoffe wie LSD (Lysergsäurediethylamid),
Psilocybin, Psilocin Bufotenin, Ololiuqui, Harmin (Peganum harmala) und
Dimethyltryptamin greifen direkt am postsynaptischen Serotoninrezeptoren
an und induzieren ein psychedelisches Syndrom. Ausser LSD, das ein
partialsynthetischer Wirkstoff ist und ebenfalls als Suchtdroge
missbraucht wird, sind die anderen Wirkstoffe Sekundärstoffe aus Pflanzen
oder Pilzen, die weltweit als Rauschdrogen genutzt wurden und werden.

Dimethyltryptamin (DMT) und Tryptaminderivate ähneln in ihrer Struktur
dem Indolabkömmling Serotonin und treten in Wechselwirkung mit den
serotonergen Rezeptoren. Diese Stoffe sind in einigen in Südamerika
gebräuchlichen Schnupfpulvern enthalten, die aus den Samen von
Anadenanthera peregrina (Cohoba) oder der Rinde von Virola-Arten (Epena)
gewonnen werden. Die Aufnahme dieser Schnupfpulver führt zu
Halluzinationen und Verwirrtheitszuständen, wobei neben DMT auch
Bufotenin (5-Hydroxy-DMT) zur Wirkung beiträgt. Charakteristisch für den
Verlauf des Rausches ist die Induktion eines tiefen, aber unruhigen
Schlafes. In ihm gebärdet sich der Berauschte wie im Fieberdelirium,
stösst Schreie aus oder murmelt Unartikuliertes vor sich hin. Da die
Drogen zur Wahrsagerei und zu magischen Zeremonien genutzt werden, muss
ein zusätzlicher Gehilfe die vermeintlichen prophetischen Offenbarungen
des Berauschten registrieren und deuten. Die orale Aufnahme dieser
Stoffe führt nicht zum Rausch.

Psilocybin und Psilocin sind zwei Substanzen, die in mindestens 15
Pilzarten der Gattungen Psilocybe, Panaeolus und Conocybe gefunden
wurden. Diese Pilze sind weltweit verbreitet, wurden aber besonders in
Mittelamerika und im Nordwesten der heutigen USA als Drogenquelle
genutzt. Chemisch unterscheidet Psilocybin vom Psilocin nur durch eine
Phosphatgruppe, die nach der Aufnahme im Magen-Darm-Trakt abgespalten
wird, so dass der eigentliche Wirkstoff Psilocin entsteht, der dann
resorbiert wird. Reines Psilocybin wirkt etwa 50 mal stärker als
Mescalin (s.o.). Die längste nachweisbare Tradition in Mittelamerika hat
dabei Psilocybe mexicana (Teonanacatl oder Fleisch der Götter;
Psilocybe-Arten), der heilige Rauschpilz der Azteken. Um den
Rauschzustand zu erreichen, werden die Pilze r oh gegessen, die Wirkung
hält etwa 6 bis 10 Stunden an. Die traditionellen Pilzzeremonien dauern
eine Nacht und beinhalten oft auch Heilungsrituale, die durch Gesänge
begleitet werden. Kurze Zeit nach der Aufnahme der Pilze kommt es zu
einer subjektiv als angenehm empfundenen geistigen und körperlichen
Entspannung, gefolgt vom Gefühl einer körperlichen Leichtigkeit und der
Empfindung, von der Umgebung losgelöst zu sein. Der Rauschzustand ist
durch Farbvisionen und akustische Halluzinationen gekennzeichnet, der
Berauschte erreicht in Ekstase eine vermeintlich andere, überirdische
Geisteswelt. Hinzu kommt eine eigenartige Überempfindlichkeit, bei der
das blosse Berühren des Berauschten als absolut störend und unangenehm
empfunden wird. Am nächsten Tag kommt es häufig zu einer ausgeprägten
Katerstimmung.

Ololiuqui sind die Samen der Windengewächse Ipomoea violacea und
Turbina
corymbosa, die von den Indianern Mittel- und Südamerikas als
halluzinogene Rauschdroge genutzt werden. Dabei werden die Samen zu
einem feinen Pulver zerrieben und mit Agavenmost oder Tepache (Getränk
aus Ananassaft und Pulque) angerührt. Nach dem Abseihen ist das Getränk
fertig. Wie die anderen, bereits erwähnten Rauschdrogen, diente auch
Ololiuqui oder coatl-xoxouhqui ("grüne Schlange") als Kultdroge zur
Kontaktaufnahme mit übernatürlichen Kräften. Inhaltsstoff dieser Droge
ist unter anderem Lysergsäureamid, das etwa ein Zehntel der Wirksamkeit
von LSD aufweist. Ololiuqui führt zu Schläfrigkeit, verzerrter
Wahrnehmung, Halluzinationen und Verwirrtheit, allerdings mit recht
heftigen Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerz und
erhöhtem Blutdruck. Als übliche Dosis werden etwa 13 Samen beider
Pflanzen aufgenommen, der Rausch setzt schnell ein und hält etwa 3
Stunden an. Ololiuqui wird auch heute noch in Mittelamerika in der
traditionellen Medizin zu Heilungsritualen verwendet. Eine Verbreitung
über Mittelamerika hinaus hat die Droge nicht gefunden.

Harmin und seine Derivate Harmalin sowie Tetrahydroharmin sind ebenfalls
Indolalkaloide, die die rauscherzeugenden Wirkstoffe der Drogen Peganum
harmala (Steppenraute) und Banisteria-Arten (Ayahuasca) darstellen. Die
Blätter, Samen, Wurzeln und Rinde dieser Pflanzen wurden seit
Jahrhunderten für kultische Zwecke sowohl im Orient als auch in
Mittelamerika verwendet. Kurze Zeit nach der oralen Aufnahme kommt es zu
Veränderungen der visuellen Wahrnehmung, die mit seltsamen
telepathischen Fähigkeiten verbunden sein soll und zu optischen
Halluzinationen, begleitet von Schwindelgefühl, Schweissausbrüchen und
mitunter Übelkeit führt. Nach dem Rausch folgt ein tiefer Schlaf, der
mit Träumen und Fieberwellen einhergeht. Harmin-ähnliche Indolalkaloide
wie Harman und Norharman werden auch im menschlichen Körper nach akuter
Alkoholaufnahme gebildet und sind wahrscheinlich an der Ausbildung des
Alkohol-Rausches beteiligt.

Aus Berichten von Forschungsreisenden des vergangenen Jahrhunderts sind
als halluzinogene Droge auch Tabernanthe iboga und Mithragyna speciosa
bekannt, deren Inhaltsstoffe auch zu den Indolalkaloiden gezählt werden
(Ibogain und Mitragyna-Alkaloide). Sie induzieren einen intensiven
Trance-Zustand, gekoppelt mit psychotischen und halluzinären
Erlebnissen. |