| Text: | Deutsche Apotheker Zeitung, 141. Jahrgang Nr. 9, 01.03.2001 |
| Bilder: | W. Arnold (Webmaster) |
| JOHANNISKRAUT-FORSCHUNG Wie Johanniskraut wirkt |
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Johanniskraut gehört mittlerweile zu den bestuntersuchten Phytopharmaka. Die Ergebnisse intensiver Forschung können bereits erklären, wie Inhaltsstoffe des Johanniskrauts, an erster Stelle das Hyperforin, auf molekularer Ebene wirken. Es zeigte sich, dass Hyperforin zum Teil Effekte hervorruft, wie sie von klassischen Antidepressiva bekannt sind. Auf der anderen Seite fand man Mechanismen, die Hyperforin von bekannten Antidepressiva unterscheiden. So werden dem Hyperforin als wichtigstem Inhaltsstoff von Johanniskraut heute bereits Chancen zugesprochen, die deutlich über den primären Einsatz als Antidepressivum hinausgehen. |
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| Ähnlichkeiten zu Antidepressiva |
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Als die Forschung begann, sich für die Inhaltsstoffe von Johanniskraut zu interessieren, suchte man zunächst nach Analogien zu bekannten Antidepressiva. Man fand, dass Johanniskrautextrakt ähnlich wie andere Antidepressiva die neuronale Aufnahme der Neurotransmitter Noradrenalin, Serotonin und Dopamin hemmen kann. Dieser Wirkmechanismus von Johanniskrautextrakt wird ausschliesslich durch den Johanniskraut-Inhaltsstoff Hyperforin erklärt. Darüber hinaus konnten für das Hyperforin auch auf verschiedenen anderen biochemischen und verhaltenspharmakologischen Ebenen Effekte gezeigt werden, die in Analogie zur bekannten Pharmakologie klassischer Antidepressiva stehen. Hyperforin führt beispielsweise zu einer Veränderung der Konzentration der drei Neurotransmitter und ihrer Metabolite im Gehirn, es führt zu adaptiven Veränderungen von Rezeptorstrukturen (z. B. Beta-down-Regulation) und bewirkt im Elektroenzephalogramm von Ratte und Mensch Veränderungen, die mit denen anderer Antidepressiva vergleichbar sind. Bis jetzt konnte somit auf allen relevanten pharmakologischen Ebenen, von der Biochemie Reagenzglas bis zum Verhalten im Tierversuch, für Hyperforin eine Wirkqualität belegt werden, die auf eine entsprechende depressive Wirkung am Menschen schliessen lässt. |
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| Unterschiede zu Antidepressiva |
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Neuere durchgeführte Untersuchungen konnten sich auch mit Mechanismen beschäftigen, durch die sich Hyperforin von bekannten Antidepressiva unterscheidet. Hyperforin hemmt zum Beispiel die neuronale Aufnahme der Aminosäuretransmitter GABA und L-Glutamat. Dieser Effekt wird nicht durch eine direkte Bindung an die Transportproteine der neuronalen Membran bewirkt, sondern Hyperforin führt offensichtlich zu einer Zunahme der intrazellulären Natriumkonzentration. Daraus resultiert eine Reduktion des Natriumgradienten, der wiederum die treibende Kraft für die Transportproteine darstellt. Dies erklärt, dass Hyperforin sehr viele unterschiedliche neuronale Transportmechanismen hemmen kann. |
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![]() Johanniskrautextrakt-Präparate, die einen hohen Anteil an Hyperforin enthalten, haben sich in der Therapie leichter bis mittelschwerer Depressionen einen guten Platz erobert. Die Vorteile: eine mit klassischen Antidepressiva vergleichbare
Wirkung, aber ohne deren Nebenwirkungen. |
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| Da wirken mehrere Stoffe zusammen |
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| Chargenkonformität lässt zu wünschen übrig |
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| Gute Therapieergebnisse bei leicht bis mittelschwer Depressiven |
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| Weitere Informationen zum Johanniskraut (interne Links): | |
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Hypericum perforatum - Johanniskraut |
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Johanniskraut - Ein Kraut gegen Mikroben |
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Johanniskraut und Arzneimittelinteraktionen |