HEILPFLANZEN |
Adonis vernalis - Frühlings-Adonisröschen |
| Adonis vernalis (syn. Adonanthe vernalis, Adonastrium vernale, Adonis apennina, A. davurica, A. helleborus, A. ircutiana, A. parviflora); |
| Frühlings-Adonisröschen (syn. Adonisröschen, Blutauge, Frühlings-Teufelsauge, Teufelsauge, falsche oder böhmische Nieswurz), |
Das blühende Adonisröschen |
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| MERKMALE |
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Kleine mehrjährige Pflanze mit kräftigem Wurzelstock, stark geschlitzten Blättern und einer endständigen, grossen gelben Blüte. |
| HERKUNFT |
| Europa (ausser Britische Inseln), West-und Ostsibirien. |
| VERWENDETE TEILE |
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Die zur Blütezeit gesammelten oberirdischen Teile (Adonidis herba). Drogenmaterial stammt vorwiegend aus Osteuropa und Russland. |
| ANWENDUNG |
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Aufgrund der positiv
inotropen und venentonisierenden Wirkung wird die Droge (ein auf 0,2 % Cymarin
eingestelltes Adonispulver) bei leichter Herzinsuffizienz mit nervöser Begleitsymptomatik
angewendet. In der Volksmedizin erweitert sich die Indikation auf Wassersucht, Fieber und
Menstruationsbeschwerden. Adonis gilt insbesondere dann als angezeigt, wenn die Herzprobleme von nervösen Symptomen begleitet werden. Mehrere traditionelle Anwendungen, wie die Behandlung von Blasen- und Nierensteinen. |
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INHALTSSTOFFE |
Herzwirksame Glykoside
(0,2-0,8 %) vom Cardenolidtyp, einem komplexen Spektrum aus 28 Vertretern, vor allem
Cymarin und Adonitoxin. Alle bisher identifizierten Glykoside leiten sich von 5 Aglyka ab
(Strophanthidin, Adonitoxigenin, Strophanthidol, Adonitoxoligenin, Strophadogenin), als
Zuckerkomponenten treten neben D-Glucose auch 6-Desoxyzucker (D-Fucose, D-Digitalose,
D-Rhamnose) und die Pentose D-Xylose auf. Weiter enthält die Droge etwa 1 % des
Flavonol-C-Glykosyls Adonivernith. ![]() |
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| PHARMAKOLOGIE |
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Die Droge besitzt positive inotrope und
venentonisierende Eigenschaften. Cardenolide hemmen die Na+/K+-ATPase
und erhöhen indirekt die zellulären Ca+-Konzentrationen, welche die
Muskelkontraktion auslösen. Cardenolide verstärken bekanntlich die
Kontraktionskraft des Herzmuskels, ohne die Pulsfrequenz zu steigern. |
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| WARNUNG |
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Die Pflanze bzw. die isolierten Cardenolide sind
potenziell gefährlich und dürfen nur unter ärztlicher Aufsicht
angewendet werden. |
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| ANMERKUNG |
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Adonis vernalis wird als Einzeldroge nicht in
frei verkäuflichen Pflanzenarzneimitteln eingesetzt (ausser in
Kombinationspräparaten mit anderen Cardenolidhaltigen Pflanzen und in
einigen sehr stark verdünnten homöopathischen Mitteln). |
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| HOMÖOPATHIE |
1. Adonis
vernalis HAB1; die frische, zur Blütezeit geerntete Pflanze (ohne Wurzeln).
Anwendungsgebiet: bei Herzschwäche. 2. Adonis vernalis ferm. 33d HAB1 wird mit gleicher Indikation in der anthroposophischen Medizin verwendet. |
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| SONSTIGES |
Der Name
Adonis geht
unter anderem auf den römischen Mythus (Ovids Metamorphosen) zurück. Danach verwandelte
Venus ihren Liebling "Adonis", der auf der Jagd durch einen vom eifersüchtigen
Mars geschickten Eber getötet wurde, in eine blutrote Blume. Der Artname (lat.: vernalis)
weist auf die Blütezeit im Frühling hin. Bereits in den Kräuterbüchern des 16. und 17.
Jh. wurde die Droge bei Harnbeschwerden, Wassersucht und Steinleiden empfohlen. Im 18. Jh.
wurden alljährlich grosse Mengen an Wurzeln aus Thüringen in Europa versandt, was zur
Dezimierung der heimischen Vorkommen führt. |
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